Michael Franke: „Dem Ball ist völlig egal, wer draufhaut“

Show notes

Vereine sind für Michael Franke nicht nur Orte der Begegnung, sondern auch der Demokratie. Der Vorstandsvorsitzende des FT München Gern bezeichnet sich selbst als Gschaftlhuber – es beschreibt seine Umtriebigkeit und steht dafür, dass er lieber anpackt, als zu reden. Im Podcast spricht er über die Sozialisierung im Verein, erzählt, wie der FT Gern die Geschichte seines Geländes aufgearbeitet hat und begründet, wieso der Amateur*innenfußball starke Vertretung braucht.

⚽️ ** Die Folge mit Michael Franke im Überblick** ⚽️

  • 00:20 Begrüßung & Erinnerungstag
  • 03:19 Von Kindesbeinen an im Verein
  • 09:59 Nachwuchs für Sport & Struktur
  • 15:39 Ganztagsschule & Vereinszeiten
  • 24:45 Wie man Gschaftlhuber wird
  • 32:48 Kämpfen für den kleinen Fußball
  • 41:10 Hartplatzhelden & Amateure
  • 48:30 FT Gern: Geschichte des Platzes
  • 55:53 Kraft des Sports & Verabschiedung

📌Michael Franke

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Kolumne Hartplatzhelden

Die Geschichte des Sportplatzes des FT Gern

„Flutlicht an!“ mit Gerd Thomas

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Show transcript

00:00:00: Über sich selbst, sagt Michael Franke, er sei ein Kraftelhuber.

00:00:04: Wie er dazu kommt und warum er fast mal als DFB-Präsident kandidiert hätte, das erfahrt ihr in der heutigen Folge von Flutlicht an.

00:00:19: Hallo und herzlich willkommen zur Folge Nummer einhundertundfünfzehn von Flutlicht an.

00:00:24: Ich musste gerade mal checken, ob ich alles noch hinbekomme, was gehört wo reingestapfselt, mit welchem Programm mache ich eigentlich die Aufnahme.

00:00:32: Ihr wisst ja, wir hatten schon eine Folge in diesem Jahr, die ich aber noch im letzten Jahr aufgenommen habe und jetzt bin ich also tatsächlich auch wieder im aktuellen Produktionszyklus.

00:00:44: Und mein Gast ist heute Michael Franke, umtriebiger Vereinsmensch und Fußballliebhaber, er ist Vorstandsvorsitzender und Geschäftsstellenleitung des FTGern.

00:00:58: Und auch die eine oder der andere, glaube ich, denen der Name vielleicht jetzt erst mal nichts sagt, werden im Verlauf der Folge merken, ah, der ist das.

00:01:07: Davon habe ich doch schon mal was gehört.

00:01:09: Hallo, lieber Michi.

00:01:11: Hallo liebe Mara, vielen Dank für die Einladung und ich freue mich jetzt sehr auf diesen Podcast, weil ich einfach völlig... Anungslos bin, was jetzt passiert.

00:01:22: Aber du hast schon Podcast-Erfahrung auf jeden Fall.

00:01:25: Da kommen wir später noch ein bisschen dazu.

00:01:28: Ich erzähle ja immer auch ganz gerne, wie sich meine Wege mit denen der Menschen gekreuzt haben, die ich hier zu Besuch habe.

00:01:35: Wir haben schon länger, wie das so ist, in dieser Fußballbubble uns online connected gehabt und jetzt dann auch in echt, ich glaube man sagt da auch, in real life IRL.

00:01:50: kennengelernt bei der Auftaktveranstaltung zum diesjährigen Erinnerungstag im deutschen Fußball in München.

00:01:57: Da ist vielleicht schon mal an die Hörerinnen rausgegeben.

00:02:00: Die Folge erscheint ja am achtundzwanzigsten Januar.

00:02:04: Wir nehmen in der Woche davor auf und noch bis zum zehnten Februar laufen die Veranstaltungen rund um den Erinnerungstag.

00:02:13: Die sind immer angelagert rund um den Jahrestag der des KZ Auschwitz am siebenundzwanzigsten Januar.

00:02:21: Es gibt sicherlich auch bei euch vor der Haustür ganz ganz tolle Veranstaltungen.

00:02:26: Es gibt wieder an ganz vielen unterschiedlichen Fußballstandorten ein wirklich tolles Programm und geht unbedingt dahin, bildet euch, schöpft da neue Energie, macht einander Mut und geht's raus und engagiert euch, würde ich mal abwandeln, das berühmte Zitat.

00:02:43: So, der Abend ist aber ein gutes Stichwort.

00:02:46: Denn, lieber Michi, ich habe mittlerweile gelesen bei meinen Recherchen, die ja sogar bis hin zu Kinderfotos, von denen alle mögliche Zutage geführt haben, das Stadion von der Abend, wo der Abend stattgefunden hat, ist einer deiner zwei Lieblingsorte, zumindest im Fußball.

00:03:04: Verrat uns doch auch noch mal, welcher der Zweite ist.

00:03:07: Jetzt hoffe ich, du

00:03:07: sagst das.

00:03:08: Selber wie damals im Interview, so zu sich umbauen.

00:03:12: Das kann ja nur unser Vereinsgelände sein.

00:03:14: Also

00:03:15: das Vereinsgelände der FTGern in München, genau.

00:03:19: Und du bist tatsächlich schon als Kind zum FTGern gekommen und heute, man sagt ja gern Präsident, offiziell ist das der Vorstandsvorsitz.

00:03:29: Wie, also bist du, ist das eine Fußballbegeisterte Familie, aus der du gekommen bist?

00:03:35: Oder war das über eine andere Sportart?

00:03:37: Oder wie bist du als Zwockel da schon gelandet?

00:03:42: Ja, ich sag mal so mein, ich komme schon aus einem Fußballbegeisterten Umfeld, wobei ich sagen muss, mein Vater war jetzt nie Selbstspieler, der war glühender Fan von Sechzig.

00:03:53: Und so bin ich sozusagen ein bisschen da reingeraten, aber... Und war aber immer schon Fußball begeistert, also schon als Kind, als kleiner Stöpsel.

00:04:01: Und war dann auch wahnsinnig stolz, wie ich als Achtjähriger damals war, dass noch so Mitglied im Verein werden konnte.

00:04:10: Und dann da als Vereinsspieler war das was ganz Tolles für mich.

00:04:14: Und das war eigentlich das Wunderbarste.

00:04:17: Also ich war wunschlos glücklich, glaube ich, damals.

00:04:19: Und so ist das gegangen.

00:04:23: Das war der Start.

00:04:23: Also ich bin einfach, warum mich meine Eltern dann bei der FTG angemeldet haben, das ist mir heute noch ein Rätsel, weil wir hatten sicherlich die beiden schlechtesten Fußballplätze in ganz unten und Umgebung.

00:04:35: Das war unglaublich, was wir eigentlich dafür Plätze hatten.

00:04:37: Aber es war halt der Nächste.

00:04:39: Und so war das damals, da wurden nicht groß nachgedacht, sondern halt einfach gemacht und da gab es auch keine Aufstände, weil der Platz schlecht war, sondern der war halt so.

00:04:48: Das war halt einfach andere Zeit.

00:04:51: Was ich ganz lustig finde, man findet zu dir... Die sowohl zum Geburtstag als also zum Geburtstag als auch zur Präsidentschaft zwei unterschiedliche Zahlen jeweils und die aber immer mehrfach.

00:05:07: Demnach bist du entweder in neunzehnundsechzig oder neunzehnundsechzig geboren und entweder zwei Tausend Eins oder zwei Tausend Drei Präsident geworden.

00:05:14: Was stimmt denn?

00:05:16: Also, es ist neunzehntundundpünfundsechzig.

00:05:18: Das weiß ich sicher.

00:05:20: Das andere ist schon so lange her.

00:05:23: Also laut meiner In meinem Kopf war ich seit dem Jahr zwei, drei quasi Präsident.

00:05:31: Vorher war ich Schriftführer.

00:05:33: Ah, okay.

00:05:34: Ja, es ist tatsächlich in der Berichterstattung etwas unterschiedlich.

00:05:37: Aber genau die beiden Zahlen, die du jetzt gesagt hast, sind auch auf eurer Homepage.

00:05:41: Deswegen habe ich mir schon gedacht, dass das vermutlich die richtigen sind.

00:05:44: Aber lustig, wie sich so was dann auch sofort setzt, sieht man da, ne?

00:05:47: Wenn mal eine, eine, acht und sechzig schreibt, dann übernimmt es der Nächste und die Übernächste und dann bist du plötzlich drei Jahre junger, ich meine es ja auch, okay.

00:05:55: Finde ich, kann ich damit leben, aber mittlerweile ist es ja dann so, irgendwann spielt das Alter gar nicht mehr so die wirkliche Rolle, sondern ich glaube, oder ich sage jetzt mal, das biologische Alter ist dann nicht mehr so ganz entscheidend, da geht es dann eher, glaube ich, ums Kopfalter.

00:06:09: Das hast du sehr schön gesagt.

00:06:11: Ich glaube, das beginnt ja eigentlich schon relativ früh.

00:06:13: Es gibt ja auch sehr kopfalte, junger Menschen und umgekehrt.

00:06:17: Genau.

00:06:18: Du hast tatsächlich alle Jugendmannschaften durchlaufen, war es Spieler der Herren und Senioren und hast dann eben auch angefangen, Ämter im Verein zu übernehmen.

00:06:28: Kannst du dich so daran erinnern, was Vereinsleben für dich bedeutet hat, also auch so in jüngeren Jahren und so über den Verlauf der Zeit?

00:06:39: Ja, also Vereinsleben war für mich immer das soziale Kern.

00:06:43: Also das war für mich so das Umfeld, in dem ich einfach immer mich wohlgefühlt habe, in dem ich meine Freunde gefunden habe, die auch geblieben sind zum Teil, zum großen Teil sogar.

00:06:56: Also ich habe noch heute Freundschaften, die eben aus der damaligen Anfangszeit rühren und Das war immer so das Zentrum für mich.

00:07:09: Es war ein Anlaufpunkt.

00:07:11: Es war Heimat, es war zu Hause, es war Vertrauen.

00:07:13: Es war alles das, was man so eigentlich sich wünscht als Kind.

00:07:20: im Parallel zur Familie.

00:07:22: Das kommt natürlich schon dazu.

00:07:23: Also ich habe da nicht gewohnt, sondern ich ...

00:07:26: Im Vereinsheim geschlafen.

00:07:29: Ah, der Milch, jeder liegt da.

00:07:30: Glaubst du auch?

00:07:31: Aber

00:07:32: jetzt warten wir später.

00:07:35: Aber so in Wirklichkeit ist es tatsächlich dieses Vertrauen und dieses Wohlfühlen einfach, dass da in der Gemeinschaft immer vorhanden war.

00:07:46: Und ich find, das ist ja so der eine Punkt, und auch dieses eben selber zu spielen.

00:07:51: Aber das andere ist ja dann, die Entscheidung zu übernehmen, eben auch Verantwortung zu tragen in einem Verein, in dem man sich halt eben in Vorstandstemter einbringt.

00:08:01: Hast du da, weiß nicht, Vorbilder gehabt?

00:08:04: War das auch was, was aus deiner Familie kam?

00:08:06: War das was, was du dann über diese Bindung an den Verein für dich selber entdeckt hast?

00:08:12: Tatsächlich gab es da keine Vorbilder in der Familie.

00:08:14: Es war so, ich war immer schon so ein bisschen Schäftelhauer, wenn man so in Bayern sagt, das heißt jemand, der irgendwie mitmischen möchte.

00:08:26: Ich war auch Klassensprecher meistens und war dann auch natürlich Spielführer bei den Herren.

00:08:32: und so ging das immer weiter.

00:08:34: und irgendwann haben wir einmal beschlossen, wir wollen jetzt ein Stadionheft auf den Weg bringen und das ging natürlich dann nur als Schriftführer, dann bin ich heute als Spieler Schriftführer geworden und habe dann aber schnell gemerkt, dass man das unglaublich viel Spaß macht, Dinge zu bewegen und umzusetzen.

00:08:50: Das ist ja am Arbeitsplatz oft nicht so einfach.

00:08:53: Da kann man sich Dinge wünschen, aber da sind die Hürden wesentlich höher.

00:08:58: Irgendwelche, ich sage mal, manchmal vielleicht da gar nicht so wichtige Dinge umzusetzen.

00:09:03: Bei mir war es damals irgendwann auch das Thema Maibaum.

00:09:06: Ich wollte unbedingt im Verein am Maibaum aufstellen.

00:09:08: Und das war sicherlich nicht der ausschlaggebende Punkt, das ich vorstand wurde.

00:09:14: Aber es war immer das Thema, man hat was im Kopf und man kann es dann umsetzen und schauen, funktioniert es, funktioniert es nicht.

00:09:21: Und meistens war halt auch die Rückendeckung vom damaligen Vorstand da.

00:09:25: Und ja, und wie der dann keine Lust mehr hatte, habe ich es heute selber gemacht.

00:09:29: Es war jetzt gar nicht so das Ding, nur das Problem ist tatsächlich, man muss sich überlegen, wie lange ist es, gesund Vorstand zu sein.

00:09:38: Das ist ja, erstens sieht es natürlich schon Energie, das ist kein Thema.

00:09:42: Und zweitens.

00:09:43: Jetzt muss man sich immer die Frage stellen, braucht es nicht doch mal andere Impulse von ganz oben?

00:09:49: Das ist immer, aber ich sage mal so, ich wünsche mir schon seit vielen, vielen Jahren Oppositionen im Verein, die gibt es aber nicht.

00:09:56: Und deswegen ist es eben so, wie es ist.

00:09:58: Genau.

00:09:59: Das ist, finde ich, ein spannendes Thema, weil da ja auch was drinsteckt, was Vereine, glaube ich, sehr umtreibt, nämlich die Frage nach dem Nachwuchs.

00:10:10: Und zwar sowohl eben nach dem sportlichen Nachwuchs als aber eben auch nach dem nach dem administrativen Nachwuchs.

00:10:17: Wie sieht das bei euch insgesamt aus?

00:10:20: Ja gut, also das ist bei jedem Vereiner Thema, wobei ich mir ehrlich gesagt, mir ist, ich finde, Man muss den administrativen Nachwuchs wesentlich mehr Gewicht geben.

00:10:30: Sportliche Nachwuchs ist, glaube ich, das kleinere Thema.

00:10:32: Das kommt eigentlich ins Volk dann dem der Administrative.

00:10:36: Das wird vielleicht manchmal andersrum gemacht, aber es völliger Unsinn natürlich.

00:10:41: Wenn man einen Vorstand hat und sich dann die Spieler zusammensucht, das macht keinen Sinn.

00:10:47: Am Ende ist es so, bei uns ist es selber, ist es auch nicht immer alles golden, also es ist auch schwierig.

00:10:55: Wir sind ja in dieser Ehrenamtkrise, sage ich mal.

00:10:58: Es ist ja schon so, dass das Berufsleben das auch nicht mehr hergibt, dass man um fünfzehn Uhr am Platz steht.

00:11:05: Das gibt es einfach fast nicht mehr solche Berufe.

00:11:07: und deswegen ist es schon... Auch bei uns schwierig, wobei wir haben uns da ja mal Hilfe gesucht.

00:11:14: Also wir haben uns dann mal vor ein paar Jahren dazu entschlossen, mit Club Talent zusammenzuarbeiten.

00:11:20: Das ist ja eine, wie sagt man denn, ein Start-up, das sich genau um das Thema kümmert.

00:11:26: Einfach zu analysieren, was braucht der Verein, was, wie geht es überhaupt weiter?

00:11:32: Und wir sind damals natürlich auch drauf gestoßen.

00:11:35: Also bei der Analyse merkt man erst, was alles im Verein passiert.

00:11:39: Das passiert ja unfassbar viel.

00:11:41: Also da wird dann eine Exeltabelle im Prinzip erstellt, wo die Aufgaben alle drin stehen.

00:11:46: Und das sind hunderte von Aufgaben, die zu erledigen sind, eigentlich permanent.

00:11:51: Und man sieht dann plötzlich vor schwarz auf weiß, was da eigentlich los ist.

00:11:56: Und wie herausfordernd das wird für die Zukunft, das muss man einfach auch so sehen.

00:12:00: Weil diese ganzen eier legenden Wohlmilchsäue, die heute noch irgendwelche Strukturen... am Leben erhalten bzw.

00:12:08: Verein simulieren, sag ich mal fast, die wird es auf Dauer nicht geben, weil die das erstens auf Dauer nicht aushalten und zweitens natürlich irgendwann auch dann auch nicht mehr mögen oder können.

00:12:18: Und dann muss man vorbereitet sein, glaube ich.

00:12:23: Und die Vorbereitung geht halt jetzt los, indem man sich halt wirklich viele, viele Gespräche führt.

00:12:31: Ich glaube, das persönliche Gespräch ist da unabdingbar und versuche die Leute zu begeistern für das Thema Ehrenamt und für das, was man aus dem Ehrenamt erziehen kann und das ist ja unglaublich viel.

00:12:43: Ja, auf jeden Fall, das geht so ein bisschen in die Richtung.

00:12:45: Ich habe in einem Interview mit dir gelesen, dass du gesagt hast, ihr habt bei euch im Verein schon vor einigen Jahren erkannt, also dass man eben Dinge auch ändern muss.

00:12:56: Und dann gibt es ja so ein bisschen immer, oder ich nehme das zumindest so wahr bei Sportvereinen, so die Diskussion.

00:13:03: Man muss auf der einen Seite ... Also jetzt mal so in Buzzwörtern gesprochen, man muss irgendwie jünger und frischer und attraktiver werden.

00:13:13: Und man möchte aber gleichzeitig auch nicht ein Fitnessstudio werden.

00:13:17: Jetzt mal so die Überspitzung vielleicht, sondern Verein hat ja schon eben auch ... Ganz, ganz viele Werte, du hast das schon angesprochen und bietet ganz viel, was natürlich über diesen Sport hinausgeht.

00:13:33: Aber ist das was, was bei nachfolgenden Generationen, also kann man damit noch andocken, wie erfolgreich seid ihr damit, wenn du Sachs Gespräche führen?

00:13:44: Ja, ich sage mal, ich finde, wir sind sehr erfolgreich, also was gerade was so Trainer Nachwuchs zum Beispiel betrifft und Übungsleiter Nachwuchs.

00:13:54: Man muss schon sehen, also die Leute sind halt auch nicht mehr so verbindlich.

00:13:58: Also es ist wahnsinnig schwierig, Leute, Menschen zu finden, die sich über ein Jahr oder mehrere Jahre festlegen wollen.

00:14:07: Und das ist, glaube ich, das Hauptproblem.

00:14:09: Darum befinden wir uns ja in diesem Spannungsfeld zwischen Dienstleister in Klammern Fitnessstudio und Verein, weil es ebenso ist, Vereinsorganisation ist einfach immer langfristig angelegt.

00:14:25: Und ja, ich sage jetzt mal auch die Teilnahme als Spieler, als Aktiver.

00:14:32: Auch das ist natürlich, ich committe mich ja zumindest mal normalerweise für eine komplette Saison.

00:14:37: und sage, okay, ich bin dabei, ich bin Teil der Mannschaft.

00:14:40: Und dann muss ich aber halt auch regelmäßig da sein, also im Trainingsbetrieb und im Spielbetrieb.

00:14:46: Und das wird heute schon schwieriger.

00:14:49: Deswegen haben wir heute auch beispielsweise wesentlich größere Katergrößen bei den Herren oder auch bei den Kindern, weil heute viele am Wochenende dann doch was Besseres vorhaben.

00:14:57: Und da muss man sich halt darauf einstellen.

00:15:00: Und also ich glaube schon, dass es weitergeht mit den Vereinen.

00:15:05: Aber wir werden uns doch einige Dinge von Fitnessstudios abschauen müssen.

00:15:09: Das heißt, also sicherlich auch in vielleicht nicht Fußballbereich so wie so Tagesskarten erlauben oder sowas.

00:15:19: Also ich glaube, das spielt schon auch eine Rolle oder halt nicht ganz so streng sein, wenn ein Spieler mal doch nicht kann.

00:15:25: Also das ist halt einfach so.

00:15:27: Da muss man vom Kopf ein bisschen anders werden.

00:15:30: Ja genau, weil da haben wir noch viele alte Ich sage mal, alte Köpfe im Fußball.

00:15:36: Und in meinem Frühjahr war natürlich nicht alles besser, aber es war doch ein bisschen anders.

00:15:40: Ja, und ich meine, also da spielen ja unterschiedliche Sachen rein.

00:15:44: Also natürlich, gerade wenn man jetzt irgendwie auf die Kinder und auf die Jugendlichen schaut, hat sich ja auch sowas wie das Thema Schule verändert.

00:15:51: Also das ist vorhin die Arbeitszeiten angesprochen.

00:15:53: Schulzeiten haben sich ja auch komplett verändert.

00:15:56: Da hast du dann manchmal, wenn du irgendwie dreimal die Woche Training hast, also ist vielleicht einmal Schule, aber so lang, da muss man dann halt auch irgendwie Lösungen finden.

00:16:04: Das allein sind schon Herausforderungen natürlich für beide Seiten, stelle ich mir vor.

00:16:09: Andererseits ist es ja so, wenn man jetzt beispielsweise von TrainerInnen spricht, wo es ja dann zum Beispiel auch darum geht, wer zahlt den Schein, den die machen, wie verteilt sich der Verein.

00:16:19: Das ist natürlich dann schon was, wo man irgendwie ein gemeinsames Commitment finden muss, weil kann ja beispielsweise nicht sein, ob ich so auch schon erlebt, dass ein Vereinen ein Trainerschein zahlt und drei Monate später ist dann der Trainer oder die Trainerin weg, also weil das funktioniert für die Vereine ja dann wiederum auch nicht, ne?

00:16:34: Nee, aber am Ende ist es immer eine Frage des Vertrauens, glaube ich, und der Menschenkenntnis.

00:16:40: Und natürlich kann man da mal daneben greifen.

00:16:45: Wenn man so schön sagt, das kann passieren.

00:16:48: Aber auf der anderen Seite glaube ich schon, wenn man ein bisschen Vertrauen reingeht.

00:16:53: Dann kann man auch, dann kriegt man schon auch was zurück.

00:16:57: Klar, ist das immer so eine Frage.

00:16:58: Gebt man Vorleistung, man kann ja auch Dinge definieren, dass man sagt, okay, der muss dafür mindestens ein Jahr da bleiben oder zwei Jahre sich da im Verein betätigen.

00:17:08: Ansonsten muss er es halt wieder zurückzahlen selber oder irgend sowas.

00:17:12: Also muss man sich halt irgendwelche Möglichkeiten überlegen.

00:17:15: Also das geht schon.

00:17:17: Ja, aber das mit der Schule, du hast gerade gesagt Schule, das ist für mich schon einmal so ein großes Thema, weil wir haben ja jetzt dann das, also ab Mitte, zwei, sechsundzwanzig, also eigentlich startet das jetzt in ein paar Monaten, das verbindliche Recht auf Ganztagsbetreuung in Deutschland, deutschlandweit.

00:17:37: In vielen Bundesländern ist es ja schon lange Standard, hier in Eiern oder gerade in München ist es noch nicht so der Standard.

00:17:44: Das heißt, es ist tatsächlich... ein bisschen was Neues und ich habe halt auch das Gefühl, also ich habe mich da auch ein bisschen engagiert, ich bin ja auch im Neben, Neben, Nebenjob auch noch beim Bayerischen Landesportverband aktiv und dort haben wir uns im Rahmen einer Arbeitsgruppe damit befasst und ich habe halt schon das Gefühl, dass die Administration hier das relativ verschleft, weil uns geht es im Prinzip darum, dass alle Kinder immer zum Sport, zum organisierten Sport gehen können müssen.

00:18:12: Also das heißt, es kann nicht sein, dass ein Kind dann im Hort gefäselt ist, sag ich mal, oder in der Ganztagsbetreuung gefangen ist und dadurch nicht mehr ins Training gehen kann.

00:18:22: Also das wäre ihr Sinn und das befürchten wir aber, dass das so kommen wird.

00:18:27: Das finde ich aber spannend, weil wenn ich mich zurück erinnere, als ich angefangen habe als junge Journalistin im Lokalbereich, wenn man da bei Vereinsveranstaltungen war, und das ist jetzt dann halt, dann haben die schon alle gesagt, wir haben irgendwie so Bedenken, wie das weitergeht, wenn sich dieses Thema Ganztagsschule durchsetzt.

00:18:49: Und eigentlich, ja, und das ist halt, weißt du, also das ist halt zweieinhalb Jahrzehnte her.

00:18:55: Und ich hab damals schon, erinnere ich mich so in der Redaktion dann mit Kolleginnen gesessen und so gesagt, was ich halt nicht verstehe.

00:19:01: Ich meine, das ist halt nicht mein Thema.

00:19:03: Aber warum findet man nicht Wege, wie Vereine und Schulen kooperieren können?

00:19:08: Und dann war halt immer so, ja, keine Ahnung.

00:19:10: Und also jetzt ist halt die Entwicklung genau ... Da hingegangen... Entschuldigung, hier ist gerade der Rollo hochgegangen über mir in der Wohnung.

00:19:19: Jetzt ist die Entwicklung halt genau da hingegangen, dass das so an vielen Standorten, glaube ich, ein Problem ist.

00:19:26: Weil du kommst dann halt so einfach nicht raus.

00:19:28: Also Schule ist ja immer nicht nur Angebot, sondern halt auch Verpflichtung.

00:19:33: Und da geht es ja dann auch um so was wie Plätze.

00:19:36: Also es können halt nicht alle erst um siebzehn oder um achtzehn Uhr auf den Platz.

00:19:41: Der Platz ist ja den ganzen Tag da.

00:19:43: Und also eigentlich ja... Wenn man von draußen drauf schaut, finde ich, ist die total logische Verknüpfung, dass das Schule und Vereine da irgendwie gefördert zusammenkommen.

00:19:57: Ja, die Idee ist so.

00:19:58: Also ich sag mal, die Verwaltung hat eher die Idee, die Vereine gehen in die Schulen und machen dort Sport.

00:20:04: So, das ist so der einfache Nenner.

00:20:07: Das wird bei uns, ich sag mal, nicht funktionieren.

00:20:10: Wir haben in München, sixhundert Sportvereine, davon sind wahrscheinlich zehn in der Lage, Personal abzustellen, das tagsüber in eine Schule gehen kann.

00:20:19: Also das ist eigentlich gar nicht möglich.

00:20:21: Das heißt, wir haben oft auch diese räumliche Diskrepanz.

00:20:24: Die Schulen und die Sportvereine sind ja bei uns jetzt im Ballungsraum.

00:20:28: Ich glaube, generell ist es so nicht zwingend nebeneinander, sondern die sind halt irgendwie so gewachsen und sind halt da, wo sie sind.

00:20:35: Das heißt, also es ist auch gar nicht so einfach, dass die Kinder dann in den Sportverein gehen oder auf den Sportplatz gehen, wenn der halt frei ist, sondern man muss sich tatsächlich organisieren.

00:20:46: Und das ist eine riesige Herausforderung und ich glaube mal, wie gesagt, das wird nicht.

00:20:51: nicht zu lösen sein.

00:20:52: Also wir wünschen uns einfach schlichtweg nur, dass es diese Einschränkung nicht gibt, dass die Kinder nicht ins Training gehen können.

00:21:01: Dass wir uns als Vereine in den Schulen engagieren, das scheitert an mehreren Bereichen.

00:21:08: Also das heißt, erstens mal braucht man die Leute dafür und die muss man natürlich auch bezahlen.

00:21:13: Und das, was dafür zur Verfügung steht, das ist einfach... deutlich unter Mindestlohn sage ich jetzt mal, deswegen kann man damit auch niemanden also qualifizierten Locken, weil wir können ja dann auch nicht irgendwelchen in die Schulen schicken, das müssen ja dann tatsächlich irgendwo sportlich und auch pädagogisch gut gebildene Leute sein und das geht zu dem Preis nicht.

00:21:38: Nee, das kann ich mir total gut vorstellen.

00:21:40: Also vielleicht, ich mein, das ist sicherlich nichts, was du und ich jetzt heute im Podcast lösen werden.

00:21:45: Aber man denkt ja dann schon, so gerade, wenn es in die Nachmittage reingeht.

00:21:51: Also, ich mein, ich komme aus einer Kleinstadt.

00:21:54: Wenn wir früher Sport hatten im Sommer, da sind wir halt auch mit dem Bus zum Sportplatz gefahren, weil es an der Schule keinen gab oder zum Schwimmbad oder oder.

00:22:03: Und genauso könnten Kids ja dann halt auch in den Sportstunden ... beispielsweise an Vereinsgelände irgendwie gebracht werden, wenn man die in die Randzeiten setzt oder so, weißt du, dann hast du halt Sport in den letzten beiden Stunden, dann bist du da bei deinem Verein, dann gibt es Schulen, die Kooperationen haben mit Vereinen, irgendwie so.

00:22:21: Kann man sich vorstellen, aber der Teufel steckt im Detail, wir haben gar keine Busse dafür, geschweige den Busfahrer.

00:22:28: Das muss man...

00:22:28: In München, oder?

00:22:30: Also ich meine, die müssten ja dann sicherlich...

00:22:34: Was?

00:22:37: Da fehlen das, da fehlen die Leute.

00:22:39: Also wir haben keine Leute, die Busse fahren in der Masse.

00:22:42: Also man muss sich einmal vorstellen, wir haben ja alleine in München Hundertfünfzig Grundschulen.

00:22:46: Und die Hundertfünfzig Grundschulen, wenn die, ich sag mal, jede Grundschule im Schnitt zwölf Klassen hat, dann kann man sich mal vorstellen, was das wäre.

00:22:56: Also was das bedeuten würde, das ist nicht darstellbar.

00:23:01: Also wir haben da wirklich organisatorische und logistische Grenzen und deswegen glaube ich, man muss es einfach ermöglicht machen, dass die Kinder den Sozialraum Schule verlassen und den Sozialraum Sportverein weiter nutzen.

00:23:16: Da bin ich komplett bei dir, aber ich meine, da müssen sie ja dann auch von A nach B kommen.

00:23:21: Ja, das müssen sie ja sowieso.

00:23:23: Also das muss ja Kind, das ins Training geht dann auch.

00:23:26: Ich glaube heute nicht, dass es uns gelingen kann, dass wir ganze Klassen bespaßen.

00:23:31: Das glaube ich, das sollte ich für nicht möglich, weil Klassen einfach heterogen sind.

00:23:35: Da hast du dann vielleicht von zwanzig Kindern zehn, die haben Lust auf Fußball, und die anderen zehn haben halt überhaupt keine Lust.

00:23:41: Und was machst du dann mit denen?

00:23:43: Ja, da sind wir dann, das ist total richtig, da sind wir dann im Thema drin, dass ich ja Schule auch komplett umkrempfe.

00:23:50: Weißt du, dann müssen halt... Also weißt du dann, teilst du halt auf, dann gehen halt fünf, haben dann eben Schwimmen, sieben haben Sport und drei haben aber halt auch Stricken oder keine Ahnung was.

00:24:05: Genau, da wäre ich völlig bei dir, aber das könnte man ja nicht nur beim Sport zu machen,

00:24:09: das könnte

00:24:09: man auch bei anderen Talenten zu machen.

00:24:11: Ja, auf jeden Fall.

00:24:13: Nicht alle müssen... Ja, nicht alle müssen alles ein bisschen können, sondern es wäre schön, wenn man sich... Das ist ja sogar was, was gegenläufig ist.

00:24:21: Also zu deiner und meiner Schulzeit konnte man ja zumindestens dann in der Oberstufe sich auf das konzentrieren, was einem wirklich gelegen hat.

00:24:28: Mittlerweile muss man ja alles bis zum Ende durchprügeln.

00:24:32: Ja, da wäre ich wahrscheinlich heute nur in der Schule.

00:24:36: Ja, du hättest vielleicht noch in der Schule getroffen.

00:24:39: Na gut, gehen wir mal zurück zu den Vereinen.

00:24:44: Ich find's ja schon spannend, dass, also wir haben gesagt, du hast gespielt, du hast sehr früh auch angefangen, dich im Verein zu engagieren.

00:24:53: Und du hast aber schon dann auch früh begonnen, das Thema Sport und was Sport auch für Gesellschaft bedeutet, größer zu denken, mit dem Wunsch da eben.

00:25:04: Sachen anzuschieben und zu bewegen.

00:25:07: Und auch mal eine Phase gehabt, wo du sogar über die Gründung einer Partei nachgedacht hast.

00:25:14: Letztlich ist es dann eine Interessengemeinschaftsport München geworden.

00:25:20: Wie kannst du das vielleicht mal so ein bisschen nach erzählen?

00:25:23: Wie war da so die Entwicklung bei dir?

00:25:25: Auch so dieses wirklich für sich das als Thema anzunehmen und zu sagen, da stecke ich jetzt auch rein Energie und Zeit und Kraft.

00:25:36: Ja, ich bin da schon immer sehr intrinsisch motiviert bei so was.

00:25:39: Also wenn ich sehe, dass irgendwas, es ist für mich so eine Art Gerechtigkeitsthema.

00:25:44: Also ich war ja als Vereinsvertreter dann schon auch regelmäßig bei Verbandsveranstaltungen und habe mir das mal angeschaut und so.

00:25:54: Und ich habe immer das Gefühl gehabt, es wird halt einfach viel geredet.

00:25:58: Und nichts.

00:25:58: Und es kommt nicht viel bei rum.

00:26:00: Also es ist am Ende dann so, dass alle froh sind, wenn es vorbei ist.

00:26:04: Und dann alle wieder rausgehen und sagen, ja gut, jetzt sehen wir uns in einem Jahr wieder und dann geht es wieder von vorn los.

00:26:09: Also und das war mir halt einfach irgendwann, ich habe dann irgendwann mal angefangen zu drohen, dass ich ein paar Teil gründe und dass ich dann mindestens fünf Prozent holen in München und dann schauen wir mal, wie es weitergeht mit dem Sport.

00:26:23: Weil ich einfach diese, diese gesellschaftliche Komponente des Sports so unglaublich wichtig finde oder gerade beim Fußball.

00:26:32: Das ist einfach mein Lieblingsspruch, den Ball ist egal wer drauf haut.

00:26:36: Wir können hier so eine unglaubliche gesellschaftliche Kraft, was Integration betrifft, was Bewegung betrifft, was geistige Gesundheit betrifft, was Werteentwicklung oder Werteschulung betrifft.

00:26:49: Das sind alles Dinge, die oft in Familien gar nicht mehr passieren, aber in einer Mannschaft sind die halt einfach unabdingbar.

00:26:57: Das ist das coole am Fußball, der kann so viel.

00:27:00: Obwohl er es gar nicht direkt will, aber er macht es einfach, weil es passieren muss.

00:27:04: Weil ich muss mich einfügen in der Mannschaft.

00:27:06: Ich muss pünktlich sein, um irgendwie mal zum Zug zu kommen.

00:27:10: Ich muss manche Dinge tun, die ich vielleicht von selber nicht machen würde.

00:27:14: Und das ist genau das, was man, ich sage mal, ich will jetzt nicht sagen, Fußball diszipliniert.

00:27:19: Das ist vielleicht nicht immer der Fall.

00:27:21: Aber er sorgt zumindest für Strukturen.

00:27:24: Und das ist heute so unglaublich wichtig.

00:27:26: Und deswegen war mir das... Darum kann man das gut immer spielen, das Spiel, dass man sagt, ja, der Sport ist das und der Fußball ist aber der Breiterste.

00:27:36: Anbieter in dem Segment, deswegen trifft es immer auch auf den Fußball massiv zu.

00:27:40: Und damals war ich heute soweit, dass ich mir gedacht habe, jetzt muss ich was machen, sonst flippe ich aus.

00:27:45: Also, weil ich, wenn da gar nichts mehr vorwärts geht und wenn ich immer das Gefühl habe, Das ist alles so unterfinanziert und das gibt ja da gerade in so Kommunen wie München so wahnsinnig große, ich will jetzt nicht das Kulturbäschen betreiben, aber die Zahlen, wenn man die gegeneinander legt, was halt lange Zeit wahrscheinlich jetzt auch noch in die Kultur, in die Hochkultur an finanziellen Mitteln läuft und was dann für einen breiten Sport bleibt, das steht in keinem Verhältnis.

00:28:14: und das ist halt noch so.

00:28:16: und das macht mich halt irgendwie schon wahnsinnig, weil man geht, wenn man denkt, mein Gott, es ist, ich finde Opern nicht schlecht, aber man muss das nicht, man muss einen Opernplatz nehmen mit hundertfünfzig Euro subventionieren.

00:28:30: jeden einzelnen Zuschauer.

00:28:32: Das geht heute nicht.

00:28:34: Das muss ich entweder halbwegs selber tragen und man kann es bezuschussen, kein Thema, aber nicht in der Form.

00:28:39: Und das hat mich halt immer aufgeregt.

00:28:40: Und deswegen haben wir gedacht, jetzt suche ich mir mal ein paar Gleichgesinnte und dann gründ' mir ein paar Teile.

00:28:46: Und das war einfach wirklich, wer das Leben des Brian Kind, der weiß, wie das war.

00:28:50: Wir waren da so am Tisch gesessen und haben dann so jeder vor sich hingeschimpft.

00:28:54: und was alles nicht funktioniert und das ist schlecht und so.

00:28:56: und da müssen wir was tun.

00:28:57: Bis wir dann festgestellt haben, aber Parteikründung ist ja wieder ein Verein.

00:29:01: Da braucht man ja wieder einen Vorstand, da braucht man wieder einen Schriftführer, da braucht man eine Ersatzung, da braucht man regelmäßige Sitzungen.

00:29:07: Das wäre wieder eine komplette Struktur gewesen und das hat es dann eigentlich blockiert.

00:29:12: Dann haben wir gesagt, okay.

00:29:14: eine Interessensgemeinschaft, die überparteilich agiert, was ja auch nicht verkehrt ist und die eigentlich nicht greifbar ist, muss man jetzt tatsächlich auch sagen.

00:29:23: Also wir haben dann einen furiosen Staat hingelegt, hatten gleich eine halbe Seite in der süddeutschen Zeitung, die auch bei uns im Sportamt sehr interessiert gelesen wurde, habe ich gehört.

00:29:34: Also es hat dann schon Effekte gehabt und die IG gibt es immer noch, muss ich sagen, aber halt jetzt ein bisschen auf kleinerer auf kleinerer Flamme, weil ich mich da auch ein bisschen rausgenommen habe, weil ich mich dazu hinreißen liess beim Bayerischen Landessportverband auch was

00:29:54: zu machen.

00:29:56: Bevor wir da noch kurz drauf schauen, muss ich noch mal sagen, ich finde ja, dass dieses, also in meiner Wahrnehmung, wir haben uns da an dem Abend in München schon kurz drüber unterhalten mit der Kultur.

00:30:10: Ich glaube ja schon, dass es ganz gut funktioniert.

00:30:13: Dinge gegeneinander auszuspielen.

00:30:17: Wenn es um Förderung geht.

00:30:18: und das, wenn man auf Kultur schaut, Kultur und Sport haben ganz ähnliche Funktionen tatsächlich in der Gesellschaft.

00:30:25: Es ist auch kein Zufall, warum in Zeiten von so einem Rechtsruck tatsächlich Kultur und Sport somit als erstes angegriffen werden.

00:30:33: Also, indem man versucht, Kultur auf eine bestimmte Art inhaltlich zu prägen und im Sport allen, die einem nicht passen, damit droht die Gemeinnützigkeit zu entziehen.

00:30:42: also zwei Geschichten.

00:30:44: Du hast innerhalb von Kultur auch schon diesen Überlebenskampf, also die kleinen Kulturprojekte gegen die Hochkultur.

00:30:52: Ja.

00:30:53: Also, ich muss das immer dazu sagen, wenn ich das höre, ich bin ja auch mit einem Bein in der Kultur mit drin.

00:31:00: Das ist eine schwierige Thematik, glaube ich.

00:31:02: Ich denke immer, die Gelder, die abfließen, die man umverteilen könnte in die Kultur, also was kleine Projekte angeht, und eben in den Sport, die sitzen woanders.

00:31:12: Aber ich würde mir immer wünschen, dass die beiden sich nicht gegenseitig so beäugen, weil umgekehrt schaut die Kultur halt und sagt, ja, was ist das eigentlich mit diesen großen Bundesligisten?

00:31:23: Wieso müssen die sich eigentlich nicht mehr einbringen, auch finanziell in irgendwie so eine Kommune?

00:31:28: Und also beide haben Argumente, aber ich glaube, es würde noch besser funktionieren, wenn sie sich nicht in so einem Überlebenskampf als Gegner sehen würden, weil das sind sie eigentlich nicht, weil sie ganz ähnliche Dinge für eine Gesellschaft wollen.

00:31:43: Bin ich schon dabei.

00:31:45: Also ich will jetzt auch nicht, wie gesagt, ich möchte dieses Bashing auch nicht betreiben, weil ich sehe schon auch diese, also gerade die Ich bin halt eher ein Fan der kleineren kulturellen Einrichtungen und Bühnen als jetzt der, wie gesagt, der Hochkultur.

00:32:02: Weil dort ja doch in der Regel die Klientel sitzt, die sich es auch leisten könnte, ein bisschen mehr zu zahlen.

00:32:07: Muss man jetzt einfach mal so sagen.

00:32:08: Aber gut, ist wie es ist, wir haben natürlich das Problem auch, dass dass das eben Kultur und Sport keine kommunalen Pflichtaufgaben sind, sondern freiwillig.

00:32:18: Und deswegen trifft es die beiden immer so, weil man das andere ist, alles, was Pflichtaufgabe ist, ob das jetzt Infrastruktur ist oder Bildung oder sowas, das ist ja nicht angreifbar.

00:32:28: Ja.

00:32:29: Und auch nicht diskutabel, muss man auch sagen.

00:32:31: Und deswegen witzigerweise habe ich genau heute Mittag Kolumne von mir zu dem Thema, dass Sport Pflichtaufgabe werden muss.

00:32:41: Ja, auf jeden Fall.

00:32:43: Das würde ich auch sofort unterschreiben.

00:32:48: Du hast jetzt das Thema Verbandsarbeit schon angesprochen, bevor wir gleich mal noch auf den großen DFB schauen.

00:33:00: Wie sehr sind denn diese Entscheidungen miteinander verknüpft, da jetzt auf Landesebene mitzumischen?

00:33:07: Und vielleicht auch, es gab ja die Idee von... dir und dem Ger Thomas, der hier auch schon zu Besuch war, zu einer gemeinschaftlichen Kandidatur im DFB, was aber dann wiederum auch an ja den Prozedere Hürden auf jeden Fall schon mal gescheitert ist.

00:33:28: Was kannst du uns da erzählen?

00:33:31: Naja, also ich sage mal, der Trigger ist eigentlich immer der gleiche, dass man das Gefühl hat, es geht an bestimmten Dingen.

00:33:39: nicht richtig weiter, es geht nicht vorwärts, es passiert zu wenig, also mir geht es ja immer darum, um diesen Sport als gesellschaftlich relevante Größe einfach noch weiterzubringen, auch noch besser ins gesellschaftliche Bewusstsein zu bringen, weil nur wenn die gesellschaftliche Bewusstsein das hergibt, wird auch mehr Geld ins System fließen, das ist einfach so, dass wir immer noch so nice to have sind und das ist eigentlich völlig verkehrt.

00:34:07: also wir sind schon so wichtig glaube ich und auch so tief drin.

00:34:11: und also und dann sind wir wieder beim fußball.

00:34:14: fußball ist halt einfach ein thema das bewegt die gesellschaft.

00:34:18: gut oder sinnvoll ist oder nicht weiß ich nicht.

00:34:20: aber und ich rede jetzt nicht nur vom großen fußball sondern eben der kleine fußball man muss sich einfach vorstellen so ein kleiner verein wie wir mit sieben hundertfuchzig Mitgliedern, der vielleicht, ich sag mal, ein bisschen mehr als dreihundert Kinder hat, das sind dann dreihundert Kinder, die haben wieder Geschwister, die haben Eltern, die haben Großeltern, die haben Arbeitskollegen, die Eltern.

00:34:41: Im Endeffekt ist es eine Bubble, die plötzlich, was weiß ich, wahrscheinlich um die Zehntausend Leute umfasst.

00:34:47: Dieser kleiner Verein, wie wir einfach nur schon mal erreichen kann und zusammenbringt und vielleicht auch thematisch mal, die können sich da auf so einer schönen Ebene drüber unterhalten, die vielleicht gar nicht mal so politisch ist, sondern einfach mal in den Austausch gehen.

00:35:02: Und das ist ja was, was so fehlt.

00:35:04: Und deswegen glaube ich heute, das triggert mich halt immer, wenn ich sowas sehe.

00:35:08: Und das Thema mit dem... mit dem DFB.

00:35:14: Ich habe immer dieselbe, ich glaube bei mir läuft das immer gleich ab.

00:35:16: Also das nervt mich so lange und dann kommt der Impuls von außen und dann denke ich mal, okay, das wäre nur eine Möglichkeit.

00:35:23: Da geht vielleicht noch was und es ist ja nicht so, dass ich da einen großen Planfolge, sondern ich werde sozusagen immer so angesogen von den Dingen.

00:35:32: Und genau, so ging es mir bei den Hartplatzhelden im Prinzip und so ist es eben auch beim Bayerischen Landesportverband, dass ich einfach irgendwann einen Anruf bekomme.

00:35:43: gut denen ich weiß, also das war auch das Thema IG Sport, das da relativ nervig war und in der Verwaltung und auch bei den Parteien und das ist vielleicht ein bisschen auch... Ich muss ja aufpassen, was ich sage, aber der Versuch, mich ein bisschen zu dumm ist, jetzt.

00:35:57: Und das ist aber schwierig, muss ich ganz ehrlich sagen, weil ich bin ja nach wie vor überparteilich, ich habe nichts zu verlieren damit, ich habe auch nichts zu gewinnen, ich verdiene nicht mein Lebensunterhalt damit, also ich habe da eigentlich kein Risiko und kann deswegen relativ frei sprechen und agieren und das ist natürlich ein riesiger Vorteil.

00:36:17: Wollten sie eine Hauskatze aus dir machen?

00:36:20: Ja, das

00:36:20: war, glaub

00:36:21: ich, das ist mittlerweile so ein bisschen a running gag geworden.

00:36:24: Ja, genau.

00:36:25: Aber es ist halt schwieriger.

00:36:28: Ja, das kann ich mir vorstellen.

00:36:29: Und du hast jetzt gerade das Thema Hartplatz-Helden schon angesprochen, was eben ja dich und den Gerd auch verbindet.

00:36:36: Kannst du den Hörerinnen, denen das jetzt nicht direkt irgendwie was sagt, ein bisschen was dazu erzählen?

00:36:44: Ja, also die Hardplate-Helden, die gibt es schon relativ lange, die haben ja damals gestartet, also das war mal der Versuch quasi, den kleinen Amateurfußball auf die Bildschirme der Nation zu bringen, in dem eben Videomitschnitte hochgeladen werden konnten, um dann diese Mitschnitte einer breiteren Öffentlichkeit zukommen zu lassen.

00:37:09: Das Thema hat dann, ich glaube jetzt, oh Gott, ich weiß gar nicht mehr, wann es war, jetzt ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, ist es so, einer der Gründer der Hartplatz-Helden damals war und die Idee hatte, mit Kolumnen zu arbeiten, einfach mal Kolumnen zu schreiben über das Thema Amateurfußball, über Themen, die sonst sozusagen immer unter dem Radar laufen.

00:37:37: Und ich fand das super die Idee und war dann natürlich sofort dabei.

00:37:41: Und so kam das, dass wir heute dann so eine kleine Gruppe waren, die dann aktiv geschrieben haben und wie gesagt über alles.

00:37:50: Also da geht es um DFB-Themen, da geht es aber auch mal, also ich habe witzigerweise gerade vorher geschaut, also ich habe mal das das verlorene Refugium die Dusche behandelt, weil es einfach die Dinge aus dem täglichen Leben sind.

00:38:04: und die Dusche, was ist das eigentlich?

00:38:06: Die Dusche und die Kabine, das sind einfach wichtige Dinge, immer gewesen für mich in der Dusche.

00:38:11: Die Dusche war quasi die dritte Halbzeit.

00:38:14: Also das war die dritte Spielphase, wo es einfach nur mal ganz witzig war, wo man halt alles nachbesprochen hat.

00:38:20: Und das ist jetzt so ein bisschen am Sterben, gerade im Jugendbereich seit Corona.

00:38:24: Und das ist für mich schon ein großes Thema.

00:38:26: Dessen nur so beispielhaft solche Themen beschäftigen uns, genauso wie natürlich die großen Räder, wenn es darum geht, also jetzt du hast vorher schon gesagt, DFL, DFB, also woher kommen Gelder, wer kann was bezahlen, warum ist es so, warum ist es nicht so, dass sozusagen sich die DFL in einer ausreichenden Maß beim DFB oder dem DFB Mittel zur Verfügung stellt, das dann als Dinge, die uns auch bewegen.

00:38:50: Und Strukturen.

00:38:52: Warum ist es eigentlich so, dass niemand weiß, was der DFB eigentlich so genau macht oder dass niemand weiß, was so Landesverbände eigentlich machen?

00:38:59: Und warum gibt es die?

00:39:00: Und wer ist Mitglied beim DFB?

00:39:02: Viele Fragen, die wir sozusagen so nach und nach beantworten wollen.

00:39:07: Jetzt muss ich mal einmal ganz kurz nachfragen zu dem Duschthema.

00:39:11: Weil du jetzt gerade gesagt hast, das stirbt so ein bisschen als Ort für eine dritte Halbzeit, weil die Kids direkt nach Hause fahren und da dann duschen, oder?

00:39:19: Richtig.

00:39:20: Seit Corona waren ja die Duschen quasi Tabuzonen, die waren ja gesperrt.

00:39:25: Und das hat sich damals so etabliert, dass die Kinder eben umgezogen zum Platz kommen und dann umgezogen wieder heimfahren.

00:39:33: Nicht umgezogen, Entschuldigung.

00:39:35: Die kommen in Sportkleidung und fahren in Sportkleidung, die sehen das Vereinsheim gar nicht mehr.

00:39:40: Und das ist schon aus meiner Sicht eine dramatische Entwicklung.

00:39:44: Also wenn das Vereinsheim nicht direkt neben dem Platz steht, sondern wie bei uns, hundert Meter weiter weg, dann gibt es da wahrscheinlich Kinder, die seit fünf Jahren bei uns im Verein sind und nun nie im Verein sein waren.

00:39:56: Das ist halt schon krass, also das gab es früher nicht.

00:39:59: Ja, ich kann mir das total gut vorstellen.

00:40:01: Also ich glaube für Leute, die selber keinen Sport treiben, ist dieses gemeinsame Duschen vielleicht eher eine komische Vorstellung, aber ich gehe ja schwimmen und das ist ja also gar nicht im Verein ehrlicherweise, sondern halt für mich.

00:40:16: Aber trotzdem ist es so, dass wenn ich da unter der Dusche stehe, dann treffe ich auch Leute, die halt also... Dann Frauen halt in dem Fall, die ich kenne.

00:40:24: Also weil da natürlich immer zu ähnlichen Zeiten ähnliche Personen sind.

00:40:27: Und ich weiß schon genau, wen ich wann da treffe und mit wem ich dann über was schwarze und so.

00:40:32: Also das ist schon ein sozialer Raum tatsächlich.

00:40:35: Ja ja, absolut.

00:40:37: Und das ist heute schon auch die Kabine natürlich.

00:40:39: Das heißt also nach dem Training da drin sitzen und nochmal analysieren, was wieder für Kackübungen waren oder so.

00:40:48: Das passiert nicht mehr.

00:40:51: Das ist schon spannend.

00:40:52: Es ist tatsächlich ein soziologisches Thema.

00:40:58: Es ist nur beispielhaft dafür, dass es an vielen Ecken und Enten Änderungen gibt, die oft nicht zum Positiven sind.

00:41:06: Da kann man natürlich oder muss man drüber reden.

00:41:09: Und was jetzt also die großen Verbände angeht, also ein Thema ist ja, glaube ich, bei euch schon immer sehr stark, dass, wenn es um Zuschüsse, um Förderung geht, dass man eben eine stärkere Trennung von Breiten und Spitzensport auch braucht, also auch klarer festlegen, was fließt irgendwie wohin?

00:41:28: Und es geht prinzipiell sehr viel eben um eine Sichtbarkeit und um eine Stimme für die AmateurInnen.

00:41:38: Und das war auch die Idee hinter dieser, ja, wir bewergen uns jetzt, genau.

00:41:45: Und das funktioniert dabei eben nicht, weil die Strukturen im DFB so sind, dass man eben von einem Landesverband nominiert werden muss oder von einem regionalen Verband.

00:41:55: Ja, ja, genau.

00:41:57: Das war tatsächlich so.

00:41:58: Wir haben uns auch überlegt.

00:42:01: Wir haben uns vor längerer Zeit schon mal, da gab es eine Initiative, ich rette den Amateur-Fußball.

00:42:06: Damals initiiert vom Engelbert Kubka, der ja lange Zeit oder über Jahrzehnte Präsident der Vielspielfeinigung unterhaching war, aber eben auch beim DFB sehr hochrangig unterwegs war und viele Verhandlungen damals mitbekommen hat, wie es gerade um die neue Struktur DFB-DFL ging.

00:42:27: Und damals wurde ja so ein Grundlagenvertrag vereinbart, der eigentlich geregelt hat, wie sich die DFL am DFB oder welche Mittel die DFL an den DFB weiterleitet.

00:42:38: Und damals waren das irgendwie drei Prozent der kompletten Einnahmen.

00:42:44: Und diese Zahl wurde natürlich nie erreicht.

00:42:50: Die DFL hat sich immer sehr, sehr erfolgreich drum gedrückt, mehr zu zahlen.

00:42:54: Und der DFB hat sich irgendwie mitgemacht, muss man sagen.

00:42:58: Und das ist leider halt nur so, wenn man ehrlich ist.

00:43:00: Da fehlt es noch himmelweit.

00:43:02: Und dieses Geld, das war damals für uns schon ein bisschen, oder dieses nicht fließende Geld, war schon ein großes Thema.

00:43:10: Man muss sich natürlich immer überlegen, wie würde man es dann... ausgeben.

00:43:14: Das ist ja noch mal die andere Seite, aber wir haben es ja nicht einmal, insofern brauchen wir uns die Gedanken nicht machen.

00:43:19: Aber wie gesagt, wir wollten einfach mal sagen, wir haben uns ja um das in einer Personalunion oder als Tandem ins Gespräch gebracht für den Vizepräsident Amateurfußball, weil wir heute der Meinung sind, dass genau das das Thema ist, nicht in dem Maß sozusagen in die Gesellschaft getragen wird, wie es einfach sein müsste.

00:43:45: Weil da sind wir ja genau bei dem Thema.

00:43:47: Also wenn schon der Verband, der ja die Fußballlobby Nummer eins ist, das sozusagen nicht so auf dem Weg bringt, wer soll es denn dann machen?

00:43:58: Also es gibt keine Alternativen.

00:44:01: Und das können wir als Hartplatzhelden natürlich versuchen, aber wir sind natürlich nicht der DFB und wir können da eigentlich nur eins machen, dass wir heute versuchen, Impulse an den DFB zu geben, Dinge umzusetzen.

00:44:15: Und wir sind da ja jetzt mittlerweile auch auf einem sehr schönen Weg.

00:44:18: Das heißt, unsere Kandidatur hat natürlich nicht funktioniert, weil der Vorschlag durch den Landesverband weder beim Gehrt noch bei mir erfolgt ist, aber wir sind im Gespräch gekommen und das muss man sagen, das ist schon auch ein großes Plus gewesen aus der Aktion.

00:44:38: Das heißt also, ich habe mittlerweile einen sehr guten Kontakt zum Präsidenten des Bayerischen Fußballverbandes, Entschuldigung, der ja auch bei der Veranstaltung, bei der nie wieder Veranstaltung war und der hat sich intensiviert durch diese Aktivität.

00:44:56: und genauso ist es eben, dass wir eben auch als Hartplatzelden Gärt und ich auch zu Gast waren beim DFB, wurden dort auch empfangen, war auch der Ronny Zimmermann dabei, der Amtirn, der Vizepräsident am Atörfußball und wir haben uns da tatsächlich sehr gut ausgetauscht.

00:45:11: Also das war ein toller Austausch und ich denke mal, das ist schon auch ein guter Weg, wie wir Einfluss nehmen können und vielleicht da manche Dinge am... köcheln halten können oder vielleicht auch beschleunigen können und viel mehr kann man ehrlich gesagt nicht erwarten.

00:45:29: das sind ja alles riesige strukturen und wer weiß wie groß wie große strukturen funktionieren weiß auch wie schwer es ist da irgendwie bewegung rennt zu bekommen.

00:45:39: Ja, und ein anderes Thema, wenn du jetzt sagst, im Gespräch bleiben und auch ins Gespräch kommen, wodurch ihr das ja sehr gut geschafft habt.

00:45:49: Ihr habt letztes Jahr die erste Amateur-Innenkonferenz organisiert.

00:45:57: Es gab natürlich... Konferenzen rund um das Thema Amateurfußball in der Vergangenheit auch schon vom DFB, aber eben auch schon eine Weile nicht mehr und ihr habt jetzt letztes Jahr eine auf die Beine gestellt und wiederholt die jetzt dieses Jahr auch.

00:46:14: Was ist da so?

00:46:15: die Idee?

00:46:17: Ja gut, also die Grundidee war die, wir versuchen einfach, ich sage mal, wir bewegen uns ja alle in Bubbles, das heißt, wir sind ja in so einer... vielleicht verkopften Amateur-Fußball-Bubble drin, die vielleicht sich manchmal zu viele Gedanken macht.

00:46:32: Aber grundsätzlich war unsere Idee schon, möglichst viele dieser Spieler zusammenzubringen wie wir beide.

00:46:41: Wir kennen uns ja auch primär oder wir haben uns bisher ja nur online bzw.

00:46:45: virtuell gekannt und die persönliche Bekanntschaft ist dann nochmal ganz andere Liga oder ganz andere Basis, weil man dann einfach einen anderen Bezug zueinander bekommt.

00:46:55: Und das war das Ziel, möglichst viele sozusagen aus dieser virtuellen Bubble zusammenzubekommen, möglichst viele Akteure, um einfach die Vernetzung noch stärker hinzubekommen, um eine bessere Vernetzung zu haben und am Ende natürlich dann auch mehr Effizienz in dem, was wir so tun fühlen, am Atemfußball rauszukitzeln.

00:47:15: und heute Bewusstsein zu schaffen, deswegen auch der Standort Berlin.

00:47:19: Wir haben die erste Amateur-Fußball-Konferenz oder Hartplatz-Helden-Konferenz in Berlin durchgeführt am Vorhaben des DFB Pokalfinals, genau aus dem Grund, weil wir natürlich auch gehofft haben, dann ein bisschen Aufmerksamkeit aus dem... DFB-Lager, aber auch aus dem professionellen Fußballlager zu bekommen und das hat ja auch gut funktioniert.

00:47:41: Und das ist auch die Logik, die wir heute so beibehalten, dass wir auch dieses Jahr wieder in Berlin am Start sind.

00:47:48: Diesmal unterstützt von der Robert-Bosch-Stiftung, das ist eine tolle Geschichte, dort sind wir in den Räumen, können wir das durchführen, das ist in Berlin-Mitte.

00:47:58: Am zwanzigste Mai ist es eben dann soweit und dann werden wir nochmal versuchen oder wieder versuchen, viele Leute zusammenzubringen und aber auch fachlich wunderbare Vorträge und, ich sag mal, Workshops zu sehen.

00:48:12: Ja, wobei einfach die Leute, wie soll man sagen?

00:48:16: Wir sind ja alle gleich verstrahlt, das ist ja das Wunderbare und in dieser Aura sozusagen dann uns gegenseitig nochmal weiter zu befruchten und zu motivieren, da zu bleiben.

00:48:27: Und das geht's auch.

00:48:30: Sehr schön.

00:48:31: Und jetzt würde ich zum Thema Amateur Fußball gerade mal einen harten Cut machen und zum Ende der Folge hin noch über ein ganz anderes Thema mit dir sprechen.

00:48:45: Wir haben ja schon über den Erinnerungstag im deutschen Fußball und eben generell das Thema Erinnerungsarbeit gesprochen.

00:48:51: Und ihr habt tatsächlich ein sehr tolles Projekt realisiert bei euch im Verein.

00:48:59: was in der Entstehung auch so ein bisschen zufällig war.

00:49:03: Und zwar geht es da um die Geschichte eures eigenen Geländes.

00:49:07: Kannst du das mal erzählen?

00:49:10: Ja, gerne.

00:49:11: Also, es ist ja so, dass die Fußballvereine früher quasi von Ort zu Ort geschoben wurden.

00:49:17: Gerade in so Städten war es immer so, wenn eine Wiese bebaut wurde, dann kam der Verein auf die nächste Wiese.

00:49:23: und so ging es uns halt auch, bis wir in der Harnbergstraße, an der wir heute ansässig sind, gelandet sind.

00:49:30: Und dort haben wir schon relativ schnell festgestellt, dass wir immer wieder so kleine Absenkungen im Boden hatten.

00:49:38: Manchmal auch Größere, die wurden dann einfach verfüllt und wieder neu angesehen und dann hat schon irgendwie funktioniert, der Platz war eh schlecht, also dann war es wurscht.

00:49:46: Und genau, am Ende war es halt so, es waren dann schon so Gerüchte immer unterwegs, ja da ist irgendwas drunter, da waren mal Barakken vielleicht und da ist irgendwelche Strukturen sind da im Boden.

00:49:57: Genau, und da sind wir jetzt vor kurzem, vor einem guten Jahr, ist ein Kollege im NS-Dokumentationszentrum hier in München, dort war so eine Karte.

00:50:07: ausgestellt, da waren die ganzen Gefangenenlager und Kriegsgefangenenlager in München und da gab es ja zahlreiche, kleine und größere und die waren dort markiert und ein so eine Markierung war genau bei uns auf dem Fußballplatz und das war natürlich dann schon so ein kleiner Impuls, mal zu überlegen ja was waren da jetzt eigentlich, ist es dann der, ist es die Begründung dafür für unsere, ich sag jetzt mal Platzprobleme und was war da eigentlich los, also war das.

00:50:35: jetzt War das was Schlimmes und wir haben halt dann das Ganze genauer analysiert, haben uns halt mit viel alten Bildmaterial beholfen, haben relativ intensiv recherchiert, was da so in der Vergangenheit war und sind halt dann irgendwann sehr schnell drauf gestoßen, dass es eben erst mal Lager waren für ausgebompte Familien in München, die dort schnell errichtet wurden von der Gewo-Fakt, das ist die gemeinnützige Wohnungsarbat.

00:51:08: Aber die gibt es heute noch.

00:51:09: Ich habe nicht gewusst, dass die in den vierziger Jahren schon aktiv waren.

00:51:11: Auf jeden Fall haben die während der NS-Zeit quasi dann diese Lager da errichtet.

00:51:17: Erstmal für Ausgebombte, dann kamen eben Kriegsgefangene in das Lager rein.

00:51:22: Das waren also bis zu knapp fünfhundert Kriegsgefangene, die da auf der Fläche unseres Fußballplatzes interniert waren.

00:51:30: Hauptsächlich für arbeiten wurden, die dann sozusagen für Zwangsarbeit wurden, die missbraucht.

00:51:37: Und

00:51:37: später wurde das Lager geräumt nach dem Krieg, also nach Kriegsende, und dann kamen Displays Persons rein, also ich sage mal Flüchtlinge oder Leute, die erst mal nirgends wohin konnten.

00:51:48: Und die wurden dann dort, haben dann dort gelebt und irgendwann in den Mitte der Sechziger Jahre wurde das, wurden die Gebäude dann abgerissen.

00:51:58: Oder zusammen, wieso?

00:52:01: um, ja, wie soll man sagen, ja, abgerissen.

00:52:04: Und, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne,

00:52:08: ne, ne,

00:52:09: ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne, ne zum Nachdenken anregt, wo wir nicht mehr hinwollen.

00:52:34: Also es ist eine politische Botschaft natürlich nie wieder, wir wollen nicht wieder... in irgendwelchen Kriegen enden.

00:52:44: Wir wollen nicht, dass Leute interniert werden, wo auch immer und aus welchen Grund auch immer, wie wir es jetzt leider ja schon in den USA sehen.

00:52:51: Also das ist ja, ich hoffe nicht, dass wir das alles nachmachen, was wir hier sehen, weil das ist ein Desaster.

00:52:58: Also wir wollen eine Freigesellschaft bleiben und wir wollen auf keinen Fall mehr irgendwelche gefangene Lager und schon gar nicht irgendwo bei uns auf dem Platz nähe.

00:53:07: Das ist die Botschaft nie wieder.

00:53:12: Das ist ein sehr schöner Abschluss finde ich tatsächlich.

00:53:16: Also man kann das gar nicht oft genug sagen, dass es mal das eine und das andere ist das natürlich sich die Art und Weise... schon verändert hat in den in den vergangenen jahren finde ich also wenn man die nie wiederveranstaltung in den letzten jahren miterlebt hat so dieses gefühl dass das das ist eine andere.

00:53:39: es hatte immer eine dringlichkeit aber diese art der dringlichkeit hat sich verändert.

00:53:43: das geht eben nicht ausschließlich um erinnerungsarbeit sondern es geht auch um ein ganz aktives wirken im jetzt um eben das zu stoppen was da seit einigen jahren schon ins ins rollen kommt an bestimmten Ecken und Enten und gleichzeitig aber nicht total dystopisch zu werden und nicht die Hoffnung zu verlieren, dass man eben, wenn Menschen Gemeinschaft bilden und sich auf gute Dinge gemeinsam konzentrieren, dass man dann eben auch, ja, daraus Kraft entwickelt, Dinge aufzuhalten und zum Guten zu verändern.

00:54:16: Ja, genau.

00:54:16: Also es geht für mich schon auch darum, Stärke aufzubauen.

00:54:20: Natürlich Widerstandsoptionen zu nutzen.

00:54:24: Klassiker ist eben die Satzungsänderung.

00:54:27: Wir sind jetzt eben dabei, die Satzung so zu ändern, dass wir eben politischen Extremismus nicht im Verein erdulden müssen, sondern eben entsprechend aktive Leute dann auch aus dem Verein entfernen können.

00:54:38: Das sind alles Dinge, die muss man jetzt natürlich, an die haben wir vor zehn Jahren sicherlich nicht gedacht, aber die muss man jetzt auf den Weg bringen, weil wir eben aus der Vergangenheit gelernt haben, dass wir dann natürlich plötzlich ganz schnell Menschen im Verein hat, die man vielleicht gar nicht will.

00:54:57: Und es geht auch darum, einfach bewusst sein zu schaffen.

00:55:04: Also bewusst sein zu schaffen dafür, dass wir eben alle zusammen gehören und dass wir einfach eine, wie sagt man denn, eine Gemeinschaft sind.

00:55:15: Und da gibt es kein Schwarz-Weiß, da gibt es auch kein Anders.

00:55:21: Jeder ist wie er ist und das ist eben das tolle am Fußball eigentlich und das wollen wir uns auf jeden Fall bewahren und das kann auch eine Stärke sein.

00:55:27: Ich bin schon sehr überzeugt, dass wir damit auch viele unterbewusst erreichen.

00:55:33: Nicht jeder ist dann bewusst so und sagt, ja gut, ich stehe mich jetzt dagegen, aber keiner will, dass der Kollege sozusagen dann irgendwie Probleme bekommt, weil er vielleicht einen anderen Pass hat.

00:55:42: Ja.

00:55:44: Das ist auf jeden Fall eine Kraft, das Sport, das auch eine, die nicht selbstverständlich ist, sondern an der man immer wieder arbeiten und die man sich eben erhalten muss.

00:55:53: und deswegen auch nochmal danke für diesen Exkurs.

00:55:56: am Ende und ich ende quasi, bevor ich mich bei dir gleich noch bedanke, so wie ich angefangen habe mit dem Hinweis, noch bis zum zehnten Februar laufen die Erinnerungstage im deutschen Fußball geht gerne.

00:56:11: zu den Veranstaltungen und engagiert euch.

00:56:15: Ich habe die Tage irgendwo gelesen.

00:56:18: Startet ihr noch, ich glaube, bei der tollen Frau Büsker auch Journalistin und in den sozialen Netzwerken unterwegs als Yüyeo.

00:56:29: startet ihr noch irgendwie alle die Netzwerke von von den Männern an, die euer Leben quasi so wie es jetzt ist verhindern wollen oder seid ihr schon draußen unterwegs und engagiert euch dafür, dass es halt nicht dazu kommt.

00:56:44: Also das ist schon sehr sehr wichtig und richtig rausgehen und aktiv werden ist eigentlich die einzige Option.

00:56:52: Lieber Michi, vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und erzählt von eurem Verein, vom Thema Amateur an Fußball und was dich so motiviert, dich so zu engagieren, wie du das seit Jahren und Jahrzehnten tust, hat mir sehr großen Spaß gemacht.

00:57:12: Liebe Mara, mir hat es auch total viel Spaß gemacht und ich hoffe natürlich auch, dass das nur jahrzehntelang so weitergeht.

00:57:19: Aber mal schauen.

00:57:21: Vielen Dank, war ein sehr schönes Gespräch und vielleicht mal wieder irgendwann, wenn es mal wieder einen guten Anlass gibt.

00:57:30: Ja, genau, gerne.

00:57:31: So verbleiben wir und euch, liebe Hörerinnen, müssen wir nicht auch vielleicht mal wieder irgendwann, sondern euch, kann ich sagen, in vierzehn Tagen gibt es dann die nächsten Folge.

00:57:42: Also auch im Februar kommen zwei Folgen auf eure Ohren wieder.

00:57:47: Wir sind im ganz normalen Rhythmus zurück und ja, ich freue mich auf das neue Jahr mit dem Podcast und mit euch.

00:57:55: Wünsche euch einen guten restlichen Januar.

00:57:58: Wir hören uns wie gesagt im Februar wieder und passt auf euch und aufeinander auf.

00:58:03: Ciao!

00:58:04: Ciao!

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