David Zabel: Fußballkultur bringt Menschen zusammen
Show notes
David Zabel ist Vorsitzender des Kulturbeirats Kassel und er ist Mitbegründer von Streetbolzer e.V. und Roots – Against Racism in Sports. Im Podcast spricht er über Fußball, Kultur und Bildung als Dreizack gegen den Faschismus, Kommerzialisierung als einen Treiber von Ausschlüssen und erklärt, wieso man die Antwort auf Rassismus nicht sportlich
⚽️ ** Die Folge mit David Zabel im Überblick** ⚽️
- 00:00:30 Begrüßung & Fußballbuch
- 00:04:33 Herkunft und Bolzplatzkind
- 00:11:03 Oma hasst den FCB
- 00:15:30 Community und Zuschreibung
- 00:26:04 Kultur, Sport und Bildung
- 00:33:24 Kulturbegriffe breit öffnen
- 00:42:58 Parallelen der Kommerzialisierung
- 00:49:00 Der Fall Abdelkader Selmi
- 00:51:43 Roots – Against Racism in Sports
- 00:57:35 Empowerment als Gegengift
- 01:04:13 Täter-Opfer-Verzerrung
- 01:11:30 Kampf für Stadionerlebnisse
- 01:16:20 Fußball: Liebe, Chance, Hoffnung
- 01:22:01 Verabschiedung
📌David Zabel
Deutsche Akademie für Fußballkultur
📌Themen der Sendung
Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
David im Podcast Halbe Katoffl
Martin Eberle nach rassistischen Äußerungen entlassen
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Show transcript
00:00:01: David Zabel ist Gründungsmitglied von Roots Against Racism in Sports, Vorsitzender des Kulturbeirats Kassel und Gründer der Straßenfußball-Initiative Streetbolzer e.V Wir sprechen in der heutigen Folge über Gemeinsamkeiten von Fußball und Kultur und warum beide so wichtig sind für die Demokratie.
00:00:20: Viel Spaß!
00:00:29: Hallo und herzlich willkommen zu Folge.
00:00:31: Nummer onehundertundsechzehn von Flutlicht an.
00:00:35: Mein Gast heute ist David Zabel und wir wollen sprechen über Sport, Kultur und Bildung und was das alles miteinander zu tun hat und was er mit all dem zu tun hat.
00:00:46: Herzlich willkommen, schön, dass du da bist.
00:00:48: Hallo Mara, ich freu mich sehr.
00:00:51: Ja, ich mich auch.
00:00:52: Wir haben uns mal kennengelernt bei einer Veranstaltung in Wiesbaden und zwar wurde da diskutiert und gesprochen über das Buch von Ronny Blaschke.
00:01:05: dass du auch vorgeschlagen hast im Anschluss bei der Deutschen Akademie für Fußballkultur als Fußballbuch des Jahres.
00:01:19: Und ganz ungeplant würde ich jetzt damit einfach mal einsteigen und zwar erzähl doch vielleicht gerne mal.
00:01:27: Was dieses Buch beim Lesen mit dir gemacht hat und warum das für dich so eine Bedeutung hat?
00:01:36: Okay, ja, genau.
00:01:37: Das hängt ja auch so mit der Veranstaltung dann in Wiesbaden zusammen.
00:01:41: Ich bin mit der Akademik Fußballkultur schon über zehn Jahre in Verbindung.
00:01:48: Wir haben im Jahr wir, das heißt eine von mir mitbegründete Organisation namens Streetbolzer hat, den Fußball-Bildungspreis der Deutschen Akademie für Fußballkultur gewonnen.
00:02:00: Und ich wurde ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... die die Muster offenlegt des Rassismus, gegen den ich auch schon mit neuen Organisationen sehr lange kämpfe und das einfach auch mal eine ganz große Studie ist, auf die man immer verweisen kann und die besten Bücher.
00:02:39: Und als Ally schreibt man wirklich auch immer die besten Bücher und Ronny ist ein super Ally, wenn
00:02:44: es
00:02:45: die Diskursräume erleichtert.
00:02:47: Und man immer wieder auf etwas zeigen kann und sagen kann, guck mal, da ist es belegt, übrigens.
00:02:51: Racist-Stacking ist echt, das bilden wir uns nicht ein.
00:02:55: Und hier ist auch nochmal ein Zusammenhang vom anderen Ende der Welt.
00:02:59: Das ist ja so schön, dass es so eine globale Bestandsaufnahme ist.
00:03:05: Kann man ja auch die globalen Zusammenhänge des Kolonialismus sehen und Rassismus auf Kolonialismus zurückzuführen.
00:03:13: spielt dann wiederum die Indikaten, wenn du erklären möchtest, dass das ja nicht individuelle Einzelfallzusammenhänge sind, sondern das Rassismus ja auch immer im Kolonialismus begründet liegt.
00:03:24: Und dafür bin ich dem Buch und Ronny sehr, sehr, sehr dankbar.
00:03:28: Und das Buch, das haben wir jetzt gar nicht gesagt, heißt Spielfeld der Herrenmenschen.
00:03:34: Und mir ist das jetzt direkt, als wir das Gespräch angefangen haben, wir haben auch schon ein längeres Vorgespräch geführt, haben auch heute vor der Aufnahme schon ein bisschen gesprochen, nochmal im Zusammenhang damit eingefallen, dass Wir sprechen ja in allen Gesellschaftsbereichen, aber im Fußball auch auf eine sehr deutliche erkennbare Art, finde ich, über unterschiedliche Formen von Rassismus, nämlich einmal eben sowas, was man vielleicht unter Alltagsrassismus so zu mir kann und dann aber eben auch den Strukturellen.
00:04:08: Und der strukturelle, also dass man beispielsweise auf dem Spielfeld eben Menschen mit ganz unterschiedlichen Herkünften hat, aber in den Führungsetagen so gar nicht, den kann man eben auch in direkter Linie zu kolonialen Strukturen eben zurückverfolgen.
00:04:27: Und da schauen wir später vielleicht noch mal ein bisschen genauer dran.
00:04:32: Ich hatte dir im Vorfeld schon gesagt, ich würde am Anfang gerne ein bisschen darüber sprechen mit dir, was du als Person schon alles mitbringst.
00:04:43: Und ich kann, ich verlinke den auch in den Show-Notes, allen Hörerinnen nur empfehlen sich auf jeden Fall auch die Folge, dass sowieso tollen Podcasts halbe Kartoffel zu hören, als du damals zu Besuch warst, in der ihr auch sehr schön darüber sprecht, dass du quasi ein doppelter Ossi bist sozusagen.
00:05:09: Kannst du das vielleicht den Hörerinnen erklären, was damit gemeint ist?
00:05:13: Okay, ja natürlich.
00:05:15: Also ich bin in der DDR geboren, und bin in Wernigerode, das liegt im Harz in Sachsen-Anhalt, Dort bin ich Sohn einer ostdeutschen Mutter und eines Vaters, der aus Sambia stammt geworden, Sambia Ostafrika, also eigentlich East African East German Identität.
00:05:39: Natürlich wie so viele Afrodeutsche und Afroostdeutsche Identitäten ohne Vater aufgewachsen, tatsächlich bei dem weißen Teil meiner Familie, beim ostdeutsch sozialisierten Teil meiner Familie, von meinen Großeltern großgezogen.
00:05:55: Opa Sudeten-Deutscher Oma aus Machte-Borch.
00:06:01: Und das war eine sehr, sehr schöne Mischung, die ich mitbekommen habe.
00:06:05: Und ich habe in, ja, ich bin so in so einer ostdeutschen Plattenbausiedlung aufgewachsen.
00:06:09: Also jetzt nicht das Vanirode, das man von den Postkarten und vom Urlaub kennt, sondern die Platte, in der ich gewohnt habe mit meinen Großeltern und Onkel.
00:06:19: Tante waren auch ganz viel an meiner Erziehung Beteiligt und ich sage mal ganz gerne, ich bin soziales Projekt, deswegen mache ich auch soziale Projekte und aber ganz viel Liebe und auch eine schöne Kindheit gehabt.
00:06:31: Die natürlich vorrangig auf dem Aschebeutsplatz am Kastanienwäldchen in der Siedlung Burgbreite.
00:06:39: stattfand.
00:06:40: Da war ich wirklich in der Grundschulzeit ein klassisches Bolzplatzkind.
00:06:43: Also wirklich fast jeden Tag war ich da.
00:06:46: Und am Wochenende auch.
00:06:47: Vormittags, Mittagessen, Nametags.
00:06:49: Also der klassische Bolzplatzkind mit offenen Knien und Staub zerfetzt, sitze ich da Sonntags am Cafetisch.
00:06:57: Und meine Oma gefällt es nur nur so semi.
00:07:01: Aber ein schönes Bild.
00:07:05: Kannst du sagen, Hast du als Kind schon natürlich jetzt dann nicht über den Intellekt in so einem Alter, aber so emotional verstanden, was dieser Bolzplatz bedeutet?
00:07:19: Nee, ehrlicherweise nicht, muss ich sagen.
00:07:25: Ich bin immer so ein bisschen hin und her getingelt durch die Siedlung, bevor ich wirklich den Beutsplatz ausfindig gemacht habe.
00:07:30: Und da wird ja auch erstmal Mut dazu, drauf zu gehen.
00:07:33: Da braucht man erstmal eine kleine Gruppe von Freunden, so als keine Ahnung, Erstklassler, Zweitklassler.
00:07:39: Und dann, wenn die Großen kommen, ist immer sowieso weg.
00:07:42: Und das war eigentlich so.
00:07:44: das erste, was ich jetzt retrospectiv zumindest feststelle, dass man sich dem ganzen Rassismus ich sage ich habe sie auch bei franken podcast gesagt ein Problem.
00:07:54: Sind das?
00:07:54: es keine normalen Idioten gibt in den neunziger Jahren?
00:07:56: ja alle Vollidioten sind auch immer rassistische Vollidioten und unter den Jugendlichen gibt es dann halt mal jeder fünfte jeder vierte ist ein Vollidiot und dementsprechend machte sich auf deine Kosten lustig und ich habe dann aber mit meinen Freunden wir hatten eine sehr intakte kleine Bolzplatzgruppe.
00:08:13: Wir haben uns dem dann immer entziehen können und habe dann einfach zwischen den Wäsche Leinen im.
00:08:18: in der Plattenbausiedlung unten im Tal möchte ich es jetzt mal nennen weiter gespielt und ja so richtig erfasst habe ich den Wert nicht.
00:08:26: aber es gab so Momente wo ich glaube ich damals auch schon gewertschätzt habe wie krass mich das einfach auch verbindet wie was für ein Selbstverständnis das war wenn ich mal nicht wusste ob irgendwer irgendwo ist.
00:08:41: dann war ich auf dem Bolzplatz meistens jemand von meinen kumpels und das war immer so ein ganz ganz wichtiger ort für mich um anzudocken und um auch drin zu sein.
00:08:50: ja mich kannten dann irgendwie alle und ja waren wirklich die schönsten Zeiten waren eigentlich immer vormittags bevor die jugendlichen kamen.
00:09:00: die hatten wir eigentlich mal vormittags da konnten wir immer für uns sein da konnten wir uns ins spiel fallen lassen und als kind spielt man ja auch immer Sachen nach.
00:09:08: Man hat ja dann so die mit Anfang neunziger nachgespielt.
00:09:12: Ich als BVB-Fan war dann natürlich immer Julio Cesar und obwohl ich Stürmer war, aber ja, man hat dann immer so die Fußballstars imitiert und wollte möglichst brasilianisch zu der Zeit auch rüberkommen, wo ich dann das erste Mal so ein leichtes, ja so ein Zugehörigkeitsding gefunden habe, weil schwarz sein ist dir halt auch oft im Weg.
00:09:37: oder immer wenn dein schwarz sein identifiziert wird, ist es nicht mit Wertschätzung, sondern immer wenn du daran erinnert wirst anders zu sein, hängt es damit zusammen, dass du irgendwie in die Richtung wirst oder anders bist oder jemand insensibel ist, einfach nur nach heutigen Kenntnis stand natürlich irgendwelche unsensiblen Begriffe für irgendwelche Schaumküsse raushaut.
00:09:56: Und diese Jogabonito-Brazilian-Fußball-Zeit, die ja dann münden sollte in einen BVB, der in dem Jahr die Hälfte der Startaufstellung an schwarzen Spielern oder vielen Brasilianern meister werden sollte.
00:10:15: Da habe ich mich sehr stark wiedergefunden.
00:10:18: In diesem Zwischenzeitraum zwischen der WM in den USA, die er dann auch Brasilien gewonnen hat und der Meisterschaft Brasilia Dortmunds, das war im Jahr zwei Tausend zwei von BVB.
00:10:29: Da konnte ich sehr viele Identifikationsfiguren finden.
00:10:31: Unter anderem natürlich auch meinen guten Freund, den ich grüßen möchte an dieser Stelle mittlerweile Otto Addo.
00:10:36: Damals hing er in meinem Jugendzimmer und auch in meinem Kinderzimmer, glaube ich.
00:10:41: Und heute sind wir zusammen bei der Organisation Roots.
00:10:46: Über die wir dann auch noch sprechen werden und Otto Addo tatsächlich ja dann auch eine Zeit lang bei Mainz zero fünf gespielt und auch, obwohl er gar nicht so lange und so intensiv, da war ein sehr sehr sehr beliebter Spieler in Mainz.
00:11:03: Hat denn Fußball, du hast jetzt viel gesprochen auch schon über Bundesliga und über Turniere und so, bei dir auch zu Hause eine Rolle gespielt?
00:11:12: Also wurde das geguckt, gab es so diesen klassischen Sportschau Samstag oder gemeinsames Turnier schauen oder war das eher so dein Ding?
00:11:22: Also, ich muss sagen, ich bin von Hause aus ja Wintersportler.
00:11:25: Mein Opa ist auf einem Bergdorf im Riesengebirge groß geworden.
00:11:30: Der ist mit Skiern zur Schule.
00:11:32: Und musste dann nach Schulschluss hoch dem Berg.
00:11:35: Und mein Opa hat mir erst mal mit drei Jahren Skifahren beigebracht.
00:11:38: Und ich war eigentlich... Im Harz.
00:11:40: damals lag noch jeden Winter ganz viel Schnee, dass du den ganzen Winter durchfahren konntest.
00:11:44: Wir waren wirklich fast jedes Wochenende auf der Skipiste.
00:11:47: Und mein erster Sport, den wir im Fernsehen geguckt haben, mein Opa und ich, und wenn es sowas überhaupt gab, dann war das alle Winter-Sportartlies, gibt hoch und runter hat mein Opa geguckt.
00:11:58: Vielleicht Bob fahren nicht so, aber der Rest war wirklich... komplett im Ski-Alpin und Ski-Sprung komplett drin.
00:12:06: Das war besetzt.
00:12:06: Da konnte ich auch keine Sendung mit der Maus gucken, da war wirklich nur Wintersport.
00:12:11: Und meine Oma hingegen, die hat sich schon so ein bisschen für Fußball auch interessiert, was mich auch bis heute begleitet.
00:12:19: Meine Großeltern sind leider nicht mehr unter uns, aber was mich bis heute begleitet, ist ihr aufrichtiger und sehr liebeswerter Hass für den FC Bayern, den ich mir in einer goldenen Schatulle in meinem Herzen bewahre und immer gerne öffne Wende, die man sehen möchte.
00:12:35: Also, gerade so Profis wie Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller waren wirklich auf ihrer Shitlist, sage ich jetzt mal, ganz weit oben.
00:12:43: Das hat aber übrigens einen ganz besonderen Grund.
00:12:46: Also, Franz Benkbauer mochte sie auch nicht, aber Schweinsteiger und Thomas Müller haben glaube ich bei der älteren Riege ganz viel Sympathie Punkte eingebüßt, weil sie diese Beefy und Crunchy und diese ungesunden Snacks.
00:13:00: Meine Oma war vorher schon nicht von dem Begeister.
00:13:03: Und das konnte sie gar nicht verstehen, wenn mein Kumpel der Bayern Fan war, bei uns zu Besuch war.
00:13:08: Und zum Kaffee trinken eingeladen war.
00:13:10: Mein Oma hat sich den dann erstmal vorgeknöpft und hat gesagt, wie kann ein Sportler, ja, mit solchen ekligen Salami, bei mir gibt es richtiges Fleisch, ja, bei so einer ekligen Salami und so bekloppte Chips die ganze Zeit in der Werbung machen.
00:13:21: Jetzt sag mir doch mal, wie das ist.
00:13:22: Sag mir doch mal, wie das zusammenkommt.
00:13:23: Ich weiß es doch ordentlich vorzuhaben.
00:13:25: Ja, aber das ist doch, jetzt sag doch mal.
00:13:28: Und das waren so die Konversationen.
00:13:30: Und da ist wirklich meine Oma immer fuchsterfiz wird geworden.
00:13:33: und hat sich natürlich dann immer mit mir gefreut, wenn wir den Bayern Mann schnippchen schlagen konnten, aber die Hämme war auch auf meiner Seite, die habe ich auch abgekriegt, wenn der BVB mal in ein kleines Tal verschwunden ist, spielerisch, dann hat sie auch mich ein bisschen geärgert.
00:13:49: Und so war das dann immer so eine kleine liebevolle Geschichte.
00:13:53: Mein Onkel war auch sehr Fußball interessiert und der hat mich eigentlich mit Seinem seinem Freund ein bisschen provoziert immer.
00:14:03: Ja, weißt du, fünfundneunzig, sechsundneunzig wurde der Dave natürlich Bayern, Bayernhasser und BVB-Fan.
00:14:09: Ist ja klar, da ist ja Dortmund auch Meister geworden und das war alles super tutti.
00:14:13: Und mein Onkel hat dann immer gesagt, sobald die Bayern wieder Meister werden, bist du Bayern-Fan.
00:14:17: Das weiß ich ganz genau.
00:14:19: Und er hat mich wirklich, meine halbe Kindheit hat er gesagt, ja, ja, jetzt gewinnen sie noch.
00:14:22: Warte ab, du bist Bayern-Fan, ich garantiere dir das.
00:14:25: Vielleicht wollte der das auch proaktiv verhindern.
00:14:27: Er hat es auf jeden Fall.
00:14:28: bei mir hat sich eine große Liebe in der Verbundenheit zum BVB manifestiert, die bis heute anhält.
00:14:36: Große Turniere hingegen, ja die WM-Mihilienz war ich im Jugendclub meiner Heimatstadt Wernigerode bei der Stadt Jugendpflege und da Muss ich sagen, das war das erste Turnier, wo man so ein bisschen dieses Rudel guckt und dieses Public Viewing war ja dann plötzlich in Deutschland da wieder und Deutschland macht wieder Deutschland.
00:14:59: Und das ist natürlich auch in der ostdeutschen Kleinstadt anfangen.
00:15:05: oder Mitte der Nuller Jahre.
00:15:07: Ist das natürlich, hat das natürlich auch ein paar unangenehmes Szenen verführt.
00:15:10: Das ist natürlich auch immer so ein Wohlfühloase.
00:15:13: Nationalismus ist immer eine Wohlfühloase.
00:15:14: Und wenn es auch nur Eventnationalismus ist für Faschos, von denen wir auch noch in den Nullern genug im Harz und in Sachsen-Anhalt hatten und auch immer noch haben wahrscheinlich.
00:15:25: Ja, also ganz sicher.
00:15:30: Du hast das jetzt schon gesagt, dass also diese Zuschreibung bzw.
00:15:35: dieses von von außen quasi... auf schwarz sein angesprochen werden, häufig was mit einer Abwertung zu tun hatte.
00:15:46: Und ich hab von dir ein Zitat gelesen, was ich total gut und wichtig für ein Verständnis fand.
00:15:56: Du hast gesagt, das Geile ist, wenn alle das Verständnis schwarz sein teilen, bist du nicht mehr schwarz, dann bist du wieder reduziert auf dich.
00:16:06: Das gilt wahrscheinlich in unterschiedlichen Intensitäten ohnehin für Zuschreibungen, die Menschen über etwas, was man selber nicht ablegen kann, auf einen draufpfropfen.
00:16:23: Ich hab mich aber gefragt, du bist ja im Beirat der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, die es mittlerweile seit über vierzig Jahren gibt.
00:16:35: kannst du was sagen zu so einem Prozess, diese Zuschreibung zu spüren, eine Auseinandersetzung für sich selber damit finden zu müssen und dann aber eben so einen Ort zu finden, den ja andere mal erschaffen haben, wo das eben keine Rolle spielt, was das für eine Bedeutung hat.
00:16:57: Weißt du, was ich meine?
00:16:58: Ja, ich weiß, was du meinst.
00:17:00: Also muss man zunächst mal sagen, Die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, bei der ich jetzt aktuell auch noch im Bundesbeirat bin, die beschäftigt sich seit vierzig Jahren mit diesem Zwischenstadium.
00:17:14: Initiative Schwarzer Deutscher, hier ist es ursprünglich, und wir haben es dann irgendwann umgenannt in Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, weil wir natürlich auch afrodeosporische afrikanische Identitäten mit einbeziehen wollen in diese Black Community.
00:17:28: Aber es ist ja in den Ursprungsgedanken, es ist ja, hallo, wir sind auch Deutsch.
00:17:34: Wir sehen zwar nicht so aus, aber wir sind auch Deutsch.
00:17:36: Und wir können das auch beanspruchen, wir können das auch claimen, das Ganze.
00:17:40: Und ich habe immer... Ja, bei diesen ersten Bundestreffen, da sind irgendwie dreihundert Menschen in einer Jugendherberge oder in einem Tagungszentrum drin.
00:17:52: Und das ist für viele auch das erste Mal, dass sie in so einem großen, schwarzen Raum sind.
00:17:56: Und meinte das mit dem, reduziert es dann auf dich gar nicht irgendwie schlimm oder so, aber du nimmst das, wie du auch schon richtig erkannt hast, in so viel mit, in so viel Räume.
00:18:06: Und es wird dir so oft an den Kopf geknallt, genau, dass du ... oft oftmals viele schwarze biografien die ohne schwarze kommunities aufgewachsen sind können gar keine richtige gesundes verhältnis zu ihrem eigenen schwarz sein bekommen.
00:18:24: diese sache ist eigentlich eher findet findet in diesen schwarzen kommunities statt oder eben in So schwarzen Vorbildern, die es so gibt im Fernsehen, aber auch im Sport oder in der Musik.
00:18:38: Da habe ich das erste Mal erkannt, auch im Hip-Hop-Kultur oder in Filmen bei Hollywoodstars oder sonst.
00:18:46: Was habe ich das erste Mal erkannt, dass Schwarzsein auch eine Wertschätzung beinhalten kann für dich und für deinen Sein.
00:18:52: Und du kriegst ja dann doch diese... So auch despektierlich manchmal sagt positiven Rassismen ab.
00:18:58: ob wenn ich das ist dieses Wortspiel ganz ganz grässlich finde.
00:19:02: Weil alles hat damit zu tun mit so einer kolonialistischen Zuschreibung und allen voran natürlich auch im Sport kriegst du das mit weil.
00:19:10: Dein Schwarzsein schleppst du natürlich auch mit auf den Fußballplatz und da wird natürlich auch dieses Racist Stacking ganz stark kommt dazu tragen, du bist schnell, du bist das und wenn du schwarz bist, bist du das auf gar keinen Fall.
00:19:23: Also dein Schwarzsein bringt auch sehr viele Ausschlüsse mit jedem, was positiv ist.
00:19:28: Eine positive Zuschreibung ist, die den Überlegenheit hat, ist die Überlegenheit eigentlich dafür da, um nicht schwarzen Menschen eine Rechtfertigung dafür zu geben, nicht so gut zu sein, nicht so schnell zu sein, nicht mithalten zu können rein genetisch.
00:19:43: Und wenn sie das dann doch tun, wenn sie auf Augenhöhe sind, dass man sie eigentlich noch höher stellt, weil sie ja eigentlich genetisch unterlegen sind in der Schnelligkeit, was ja nach wissenschaftlicher Kenntnisstand totaler Blödsinn ist, aber trotzdem hält sich das sehr massiv drin.
00:20:01: Und ja, wenn man schaut, welche schwarzen Menschen beim DFB zum Beispiel welche Geschichte hatten, welche migrantischen Menschen.
00:20:17: Wie bewertet werden, da bin ich auch wirklich ein sehr, sehr eiskalter Verfechter, dass die Bewertungsgrundlagen den schwarzen Menschen in Fußball Deutschland unterliegen.
00:20:26: Ganz, ganz andere Marker sind, als die, die weiße Menschen haben.
00:20:30: Also ich stelle mir manchmal vor, ich arbeite ja auch viel, das ist ja meine Vermittlungspraxis, ich darf das.
00:20:36: Ich arbeite ja viel mit Fantasie und mit Fantasie-Debatten.
00:20:39: Stellen wir uns vor vor, Joshua Kimmich, ja.
00:20:43: Reihen zufällig ein Bayer Spieler, aber Joshua Kimmich wäre ein schwarzer Spieler.
00:20:48: Das wäre der absolute Bad Boy der Liga.
00:20:51: Der schreit die Schiedsrichter an, der kann sich absolut gar nicht benehmen.
00:20:56: Und was sich bei Joshua Kimmich so beeindruckend fand, ist, als er anfing, in der Bundesliga zu spielen, da hat er jetzt, weil ich euch, dreihundert Bundesliga-Spiele bestimmt und hundertzwanzig Länderspiele.
00:21:08: Aber das hat er auch in seinem dritten Bundesheerspieler, der sich genauso gegeben.
00:21:11: Und ich denke mir manchmal so, ihr reibt euch an der Körpersprache von schwarzen Spielern auch so gern.
00:21:17: Und ja, wie der schon rumrennt da so und wie der schon das macht.
00:21:21: Also als schwarzer Spieler ist man auf so dünnem Eis, dass wenn man nicht in einem Archetypus des Wühlers, der absolut sich das Herz auf dem Platz verteilt, wenn man nicht dieser Typus ist, stößt man auf Widerstände.
00:21:36: Wenn man so ein lauernder Rheumakai ist, der fünf Ballkontakte hat und drei Tore.
00:21:42: Dann ist es in Ordnung, solange er Tore schießt und auch wenn er am Markt nicht trifft, vertraut man darauf.
00:21:48: Aber ein Schwarzespieler wird dann viel schneller Lustlosigkeit zugesprochen.
00:21:53: Die werden auch viel schneller, bei Nichtleistungen und Fehlverhalten wird viel schneller bei Schwarzen Spielern die Zugehörigkeit infrage gestellt.
00:22:01: Und so unter dieser Prämisse spielen alle Schwarzen Spieler in Deutschland auch Fußball.
00:22:06: Darum, dass deine Zugehörigkeit, was eigentlich unanfechstbar ist, egal ob du mit einem Kreuzbandriss in der Reha bist oder in einer Startelf stehst, die Zugehörigkeit stellt man nicht in Frage.
00:22:18: und dennoch machen es Journalistinnen und auch Fans, wie auch manchmal sogar funktionäre Trainer, die wirklich diesen Sonderfall ganz oft aufmachen und damit eigentlich Ganz stark in Frage stellen.
00:22:32: Es gibt sehr, sehr viele Beispiele von Spielern, die ungerecht bewertet werden da draußen.
00:22:38: Und ganz oft, ich nehme mal das Beispiel, das extremen Beispiel Vinicius Junior, nehme ich immer ganz gerne, weil ich in meinen Schulen auch mit den Kids rede ich nicht direkt über Rassismus und sage jetzt möchte ich mal mal über Rassismus reden.
00:22:49: Was habt ihr alles erlebt?
00:22:51: Sondern wir reden einfach mal über Spielerprofile.
00:22:54: Findet ihr, ist der in seiner Prime gerade?
00:22:56: Ist der überbewertet?
00:22:57: Ist der unterbewertet?
00:22:58: Ist der was?
00:22:59: Und irgendwann komme ich sein.
00:23:01: Ich glaube von den Anlagen ist er noch nicht auf seinem Peak, weil er mit anderen Feldern beschäftigt ist, warum auch immer.
00:23:12: Aber wenn man darüber redet, wie Vinicius Junior bewertet wird.
00:23:18: Dann wird ganz oft, oder wenn man über den Rassismus spricht, den wenigstens Junior erfährt.
00:23:23: Machen wir uns mal so rum.
00:23:24: Dann wird ganz oft angeführt, ja, aber er provoziert auch.
00:23:27: Und das finde ich einfach, dass es die Ungeheuerlichkeit in der Rassismusdebatte im Sport, wenn wir uns über Sportler unterhalten, du kriegst nicht die gleiche Liebe erstmal für Leistung und für Nichtleistung, bekommst du auch ein unverhältnismäßig hohes Maß an Verachtung oftmals.
00:23:46: Und du wirst oftmals durch den Rassismus, den du erlebst, auch noch problematisiert, weil du ihn heraufbeschwert hast.
00:23:52: Also in der gemeinen, fußballerischen Betrachtung von Spielern.
00:23:58: gibt es eine Rechtfertigung, heißt das für Rassismus.
00:24:01: Das heißt, Provokation ist, kann eine Rechtfertigung sein.
00:24:04: Und ich hole dann immer ganz gerne Leute ab, in denen ich über meine eigene, ganz bescheidene, am anderen Ende der Fußballwelt, kreisliche Erfahrungen in Sachsen-Anhalt spreche, die vielleicht nicht im Fußballerischen Niveau annähernd ranreichen, aber doch auf einige Auswärtsfahrten doch richtig, richtig traumatisierende Sachen für mich bereithilten, sage ich immer ganz gerne, irgendwann, als ich wirklich meinen Selbstvertrag gestiegen ist.
00:24:28: Irgendwann war Arroganz etwas, das ist für mich ein Verarbeitungsmodell gewesen.
00:24:34: Ich bin schon vorher, das ist vorauseilende ein vorauseilendes Schutzschild deiner Arroganz und ich habe auch gerne provoziert, weil wenn du, wenn du einfach ohne Deckung von Rassismus getroffen wird, dann ist diese Sache wirklich noch viel schlimmer.
00:24:50: Also, als Jugendlicher im Jugendlichen leicht sind, eignest du dir dieses Schutzschild überhaupt erst an, was vielleicht Überheblichkeit, Arroganz und ein bisschen Provokation sein sollte, aber die Wurzel dessen ist immer noch Rassismus.
00:25:03: Und das ist immer noch das Problem, nicht dein Umgang damit.
00:25:06: Das ist das, was mir ganz oft auf den Herzen liegt.
00:25:09: Ja, definitiv.
00:25:10: Und ich meine, das strahlt ja im Endeffekt aus, also auch in sämtliche Debatten, die in diesem Land aktuell um das Thema Migration geführt werden, dass eigentlich immer mit einem Leistungsgedanken ran gegangen wird.
00:25:23: Also ich finde das schon so total absurd.
00:25:26: wenn sich jetzt Leute wohlmeinend hinstellen und sagen, wir können nicht all diese Menschen aus Deutschland abschieben, weil wir brauchen sie ja.
00:25:35: Sonst irgendwie funktionieren unsere Krankenhäuser und keine Ahnung, was nicht mehr.
00:25:39: Wo ich mir so denke, das kann nicht, der Messer für Teilhabe kann nicht sein, brauchen wir ist jemand nützlich für Gesellschaft, sondern also Teilhabe darf halt keine Bedingungen stellen.
00:25:53: Und also die Mechanismen dahinter, sind dieselben wie das, was du jetzt gerade beschrieben hast.
00:26:03: Sowohl in der ISD als auch in anderen Bereichen, in denen du dich engagierst, hast du einen ganz starken Fokus auf zwei Themen.
00:26:14: Drei eigentlich, Kultur, Sport und Bildung.
00:26:17: Also auch so ein bisschen Vermittlung.
00:26:21: Und wir haben im Vorfeld viel darüber gesprochen, dass Kultur und Sport ... durchaus Bereiche sind, die beide gesellschaftlich schnell unter Druck geraten, wenn eine Gesellschaft unter Druck gerät und wo es dann so ein bisschen eine Gefahr gibt, dass die gegeneinander ausgespielt werden und das auch funktioniert.
00:26:44: Also dass Menschen, die rein in der Kultur unterwegs sind und Menschen, die rein im Sport unterwegs sind.
00:26:51: sich auch gegeneinander ausspielen lassen.
00:26:54: Was eigentlich ein Problem ist, weil das nämlich zwei, also letztlich ist zum einen je nachdem wie man Kultur denkt, Sport kann auch ein Teil von Kultur sein, weil man Kultur von der Bühne runterholt.
00:27:07: Und zum anderen sind Kultur und Sport zwei total wichtige gesellschaftliche Bereiche für das Funktionieren einer Demokratie.
00:27:17: Mich würde mal interessieren, wie bist du denn in diese beiden Bereiche, wie war deine Entwicklung in diese beiden Bereiche rein?
00:27:26: Und wo siehst du für dich ... Überlappungen, wo du sagst, da treffen sich eigentlich Kultur und Sport und da hast du auch ein Interesse an diesem offeneinander treffen.
00:27:38: Ja, also erstmal muss ich da sagen, ich finde die Kulturschaffenden in Deutschland, die die meiste unbezahlte Arbeit machen jede Woche, das sind glaube ich Ultras.
00:27:53: Die werden zudem auch niemals gefördert, also es ist wirklich im reinsten Sinne unbezahlt.
00:27:58: Im Gegenteil, sie investieren ja auch noch einen ganz großen Teil ihres Geldes, nicht nur ihrer Zeit, sondern ihres privaten Geldes in ihre Fußballkultur, in ihre Ultrakultur.
00:28:11: Was noch dazu kommt, das haben wir ja zur Corona-Pandemie gesehen.
00:28:16: Sie machen das um ein Milliarden Euro, Multi Milliarden Euro Konstrukt zu stärken, eigentlich auch.
00:28:25: Das ist eigentlich total krass, finde ich.
00:28:29: Also ohne Ultras und ohne Fans ist diese Fan Fußballkultur ja nicht mal mehr die Hälfte wert.
00:28:36: Wobei,
00:28:37: ich muss mal einmal ganz kurz rein, weil du jetzt sagst, sie machen es um dieses Multi Milliarden Euro Konstrukt zu stärken.
00:28:43: Da würde ich einschränkend sagen.
00:28:46: Sie machen das eigentlich, um das zu stärken, was mal die Ausgangslage war, ne?
00:28:50: Ihnen geht es ja um den Verein und eben genau nicht um das Kapitalistische.
00:28:54: Es
00:28:55: geht nicht um das Kapitalistische, aber was ich damit sagen wollte, natürlich sind wir uns absolut einig, die machen das nicht aus so niederen Zwecken, dass sie dieses Milliarden-Konstrukt am Laufen halten.
00:29:07: Die sind eigentlich gegen die Kommerizialisierung des Fußballs.
00:29:10: Aber das ist einer der Effekte.
00:29:12: was man ja ganz klar gesehen hat in dem pandemien als diese geister spiele waren hat man gesehen der fußball ist hat irgendwie so ein bisschen sein flair verloren bei diesen trainingsspielen die da waren.
00:29:23: und deswegen sage ich es gibt überhaupt gar keinen unterschied zwischen fußball kultur und fan kultur ist mein hot take.
00:29:29: ja wo ist der unterschied?
00:29:30: ich verstehe es nicht.
00:29:31: jeder der primiert wird jede person die nominiert wird primiert wird du und alle anderen.
00:29:36: von der deutschen akademik von fußball kultur alle die sich hinsetzen Ein Buch über Fußballschreiben sind Fußballfans.
00:29:43: Alle, die gehören der Fans, also selbst Fußballbücher sind.
00:29:48: zu einem gewissen Teil, sind die für Fußballfans geschrieben und meistens sogar korrigier mich, wenn ich falsch liege, von Fußballfans geschrieben.
00:29:55: Also ich... Ich kämpfe in den Räumen und da komme ich auch zu meiner Tätigkeit wie in Kasse.
00:30:00: Ich kämpfe in den Räumen eigentlich immer für den breiten Kulturgegriff.
00:30:03: Das heißt, dass man nichts ausschließt von dieser Kultur.
00:30:06: Weil ich glaube, was so viele gesellschaftliche Probleme und so viel Verdruss sorgt in Sachen Kultur bei der gemeinen Bevölkerung, ist einfach, dass damit immer elitäre Kultur gemeint ist.
00:30:18: Wenn jemand dir sagt, oh, mit Kultur habe ich nix am Hut, ich bin Kultur bei Hause, ich sage, okay, du liest keine Bücher, du guckst keine Filme, du guckst, du spielst keine Videospiele, du ... Wirklich jetzt?
00:30:26: Ja, das schon, aber du weißt schon, was ich meine.
00:30:30: Ja, ich weiß, was du meinst, aber das ist einfach falsch.
00:30:32: Das ist auch alles Kultur.
00:30:34: Und auch das Banner ist Kultur.
00:30:37: Und auch der selbstgestrickte Schal ist Fan-Kultur.
00:30:42: Und ich glaube, Fußball-Kultur tut sehr gut daran.
00:30:47: Ist nicht der allgemeinen Kultur gleich zu tun.
00:30:52: weil diese allgemeine Kultur ist geprägt von massivster sozialer Ungleichheit, massivster.
00:31:00: Die Kultur ist einfach dafür da, einfach die oberen Zehntausend, sag ich mal, zu bespaßen.
00:31:10: mit ihren sündhaft teuren Theater, mit ihren sündhaft teuren Museen, mit ihren Superdachen.
00:31:15: und die Museen und Theater, die bekommen jetzt erst auf den Trichter zu sagen, Moment, wir sollten uns vielleicht mal Gedanken haben, wie wir die restlichen acht, neunzehnt Prozent der Stadtgesellschaft in unsere zwanzig Millionen im Jahr teuren Dingereien zerren.
00:31:27: Das ist jetzt, das ist eine Entwicklung der letzten paar Jahre, dass man da wirklich sagt, kulturelle Vermittlung ist keine Mahlecke im Museum.
00:31:36: Man checkt das jetzt gerade erst.
00:31:38: Und da sage ich, die Fußballkultur tut sehr gut daran, zu sagen, wir wollen einen ganz anderen Entwurf machen.
00:31:43: Wir machen eine subversive Kultur, weil der Fußball ist entstanden durch die Menschen.
00:31:49: Und durch die Kommerzialisierung des Fußballs, ja auch was, was die Ultras stark kritisieren, durch die Kommerzialisierung des Fußballs, werden bestimmte Menschen ausgeschlossen, weil sie als Konsumenten gesehen werden und nicht mehr als Fans.
00:32:01: werden von diesem Produktfußball auch ausgeschlossen.
00:32:04: Und das funktioniert nicht.
00:32:06: Und deswegen gibt es ja auch so Initiative wie kein Zweine für ein Steher, die sich stark dafür einsetzen, dass diese Preispolitik nicht allein schon diese E-Wertisierungs- und Geldmaschine noch weiter füttert.
00:32:17: Und ich sage, Kultur ist... hat dann wert, wenn sie viele verschiedene Menschen zusammenbringen.
00:32:25: Und das kann die Fan-Kultur, das kann die Fußball-Kultur, wie fast keine andere Kultur.
00:32:30: Und der breite Kulturbegriff, der ist jetzt wirklich zukunftsfähig.
00:32:34: Der enge Kulturbegriff, wo wir sagen, das ist Kultur, aber das leider nicht.
00:32:38: Und das ist Kunst, aber das kann weg.
00:32:40: Das muss stringt eingemontet werden, weil nämlich der Hauptgrund ist natürlich auch nicht nur kapitalistische Interessen, reiben sich an dieser Fußballkultur, sondern auch rechte Interessen.
00:32:53: Also wenn wir jetzt nicht diese Kulturbegriffe aufmachen, Rechte Ideologien interessieren sich schon längst für Kultur und der Kulturkampf wird schon längst von rechts geführt.
00:33:04: Also müssen wir dem, bei allem was wir haben, einen breiten Kulturbegriff entgegenstellen und uns langsam Gedanken darüber machen, warum man soziale Ungerechtigkeit in Deutschland an nichts so gut ablesen kann wie an der Finanzierung von Kulturstätten.
00:33:21: Ich finde das total spannend und ich stimme dir in ganz vielem zu.
00:33:27: Ich hab über diesen, also was den Kulturbegriff an sich angeht und dass der Kulturbegriff breit.
00:33:35: verstanden werden muss.
00:33:37: Und auch das Thema Fan-Kultur als eine Kultur, auch von der man letztlich viel lernen kann, finde ich.
00:33:44: Und an der sich ja auch viele gesellschaftliche Themen ablesen lassen.
00:33:47: Also auch die Behandlung von Ultras, von Fußball-Fans, von, beispielsweise, also Polizei, Staatlichkeit und so weiter.
00:33:57: Ist ja auch, also schon in der Vergangenheit, nicht so unrechteufig als so eine Art Experimentierfeld beschrieben worden.
00:34:04: Wie weit kann man ... irgendwie gehen gegenüber bestimmten sozialen Gruppen.
00:34:09: Worüber ich aber auch noch mal wirklich viel nachgedacht habe und wo ich gerne mit dir noch mal drüber sprechen würde.
00:34:17: ist diese, diese Thematik mit, mit der Hochkultur oder mit dem, was man vielleicht jetzt als Hochkultur versteht, weil ich stimme total mit dir überein, dass es eine Unwucht gibt, wenn es um Finanzierung geht und dass, wenn, wenn Kommunen Kultur finanzieren, dass eben ein Staatstheater, eine Oper und so weiter.
00:34:43: dass es da so eine Vorstellung gibt, das muss weiter finanziert werden.
00:34:48: Ich erinnere mich zum Beispiel, dass es in Mainz-Wiesbaden zwei sehr nahegelegene Landeshauptstädte immer mal wieder auch Diskussionen gab.
00:34:55: Es gibt auf jeder Seite das reinsten Staatstheater, kann man nicht spaten, quasi zusammenlegen.
00:35:00: Gibt's die Sparte, gibt's nur noch in Mainz, die Sparte gibt's nur noch in Wiesbaden.
00:35:04: Dann fallen die Leute rein, weil sie einen Ohn macht und sagen, aber wir können doch nicht und so weiter.
00:35:08: Also, man muss sicher bei dieser Hoch ... dotierten auch Kultur, auch überlegen, wie kann man Ersparnisse erreichen.
00:35:21: Nur hat nicht trotz allem diese Kultur einen hohen Wert, auch für Gesellschaft und auch für eine Stadtgesellschaft, weil wenn man jetzt davon ausgeht, dass nur eine bestimmte Klasse.
00:35:39: diese Kultur regelmäßig konsumiert.
00:35:41: Dann wäre ja zum einen mal das Problem, dass das so ist.
00:35:45: Also warum bekommen wir die anderen da nicht hin?
00:35:47: Und zum anderen würde es nicht auch eine Stadtkultur verändern, wenn diese Klasse eben Kultur ... nicht mehr konsumiert, weil so was wie ein Staatstheater nicht mehr da ist, weil was du im Staatstheater auf die Bühne bringst, kann ja dann wieder einen totalen Wert auch in eine Gesellschaft rein haben.
00:36:06: Weißt du, wie ich meine?
00:36:06: Also wenn eine bestimmte soziale Gruppe dann einfach sagt, dann interessiert mich Kultur nicht mehr.
00:36:14: dann fehlt aber auch die Möglichkeit, sie über Kultur zu erreichen.
00:36:19: Und wenn du dann wieder in sowas wie Hierarchien und Teil haben und so weiter denkst, dann ist das ja ein Problem, wenn du diese Gruppe komplett verlierst für eine Kultur.
00:36:30: Naja, ich habe ja nicht gesagt, dass man das Staatstheater die fanden sollte.
00:36:35: Ich habe auch nicht gesagt, dass es keine Dokumentar mehr geben soll oder diese ganz großen Kulturunternehmungen.
00:36:40: Im Gegenteil, ich sage aus dem Fördervolumen, schweißt sich auch eine soziale Verantwortung.
00:36:46: Ich habe ein sehr großes Beispiel für dich.
00:36:48: Und zwar haben wir beim Kulturberat, Achtung, Kulturberat interner, aber es steht ja auch im Protokoll.
00:36:53: Wir haben im Kulturberat darüber geredet.
00:36:57: Es wurde eine Aufstellung gemacht, weil die Stadt Kassel hat sich gesagt, wir wollen jetzt nicht mehr so Gießkanne fördern, sondern wir wollen mal ein bisschen strukturell auch die freie Szene fördern.
00:37:06: Und dafür hat man sich eine Sparte aus der freien Szene als exemplarisches Beispiel genommen und hat gesagt, okay, wir durchleuchten jetzt mal die Tanz-Szene.
00:37:15: Welche Koordinaten haben die?
00:37:17: Welche Förderungen beantragen die?
00:37:19: Und was kann man da vielleicht mal clustern oder vielleicht mal große Produktion machen, nicht immer Gießkanne?
00:37:24: Und als das Ganze vorgestellt wurde, habe ich dann gesagt, okay, Wo ist denn da das Staatsteater eigentlich mit in der Verantwortung?
00:37:33: Das Staatsteater kriegt von der Stadt Kassel jedes Jahr zwanzig Millionen.
00:37:36: Und ich sage ja nicht, dass bitte Staatsteater zu machen oder nur noch zwanzig tausend geben, aber die Tanzszene, die alle, die hier Tanz machen und Veranstaltungen machen und die ganze Szene Tanz bekommt einen absoluten Bruchteil davon.
00:37:51: würde sich davon denn nicht eigentlich von diesen zwanzig Millionen nicht ableiten, dass wir diese Leute hier bespaßen, die zu uns schon seit hundert Jahren gehen, sondern leitet sich daraus nicht auch eine soziale Verantwortung ab.
00:38:04: Das ist das, wofür ich Werbung mache.
00:38:06: Ich sage nicht, ihr müsst weniger Geld kriegen, ihr müsst weniger Geld geben.
00:38:10: Ich sage, ihr müsst in eurer Fördersumme, müsst ihr einen soziale Verantwortung ablesen für die Stadtgesellschaft.
00:38:17: Also nicht nur wir müssen die Stadtgesellschaft reinkriegen zu uns, sondern warum übernimmt das Staatstheaterkasse bei so viel Förderung nicht auch ein Stück weit Verantwortung für die freie Szene.
00:38:28: Die brauchen Proberäume, die möchten vielleicht auch mal mit den Superstars tanzen.
00:38:33: oder vielleicht mal ein Training machen, oder was weiß ich, Nachwuchstraining machen.
00:38:38: Was macht das Staatstheater, nicht die Stadt Kasse, was macht das Staatstheater mit seinen zwanzig Millionen, um gezielt die Leute zu fördern, die in der Basis sind?
00:38:50: Und ich habe ein super Beispiel, ich habe ja lange daran gearbeitet, jetzt ist es fast soweit, das Staatstheater baut für Wenn sich eine Übergangsspielstätte hin, die übrigens, wenn wir fertig sind, vielleicht sogar ein Wiesbaden landen könnte, weil dann dort das Starztheater umgebaut wird, aber dieser Lego-Baukasten hat fünfundzwanzig Millionen gekostet.
00:39:12: Und jetzt sind wir dort und gucken uns das an, aber dieser Übergangs-Lego-Baukasten ist gegenüber vom Aulstadion, vom wunderbaren KSV Hessen Kassel.
00:39:26: Und ich habe die Staatstheater-Leute in dieses Ausstadion geschleppt, noch nöcher, dreimal waren wir da und jetzt plötzlich sind sie sich so weit angenehrt, dass sie eine Kooperation miteinander eingehen wollen.
00:39:38: Und ich sage dir ganz ehrlich, vom Staatstheater, das Staatstheater kann vom KSV Hessen Kassel einiges lernen, weil der KSV, wenn man jetzt mal unsere Organisation Streetbolzer nimmt, ja, die Straßenfußballer.
00:39:52: Das ist ja ein ähnliches Verhältnis, wie das Staatstheater zur Freientanz-Szene hat.
00:39:57: Karlsv Heißen Kasse steht in einem ähnlichen Verhältnis, wir sind die freie Fußball-Szene, quasi der Stadt, Streetbolzer.
00:40:04: Und weißt du, was der große Unterschied ist zwischen den beiden?
00:40:07: Die lernen sich jetzt erst kennen, weil sie nebeneinander wohnen.
00:40:10: Der Karlsv Heißen Kasse, den können wir anrufen von Streetbolzer und sagen, wir kommen mit vierzig Kindern aus der Nordstadt zu eurem nächsten Heimspiel.
00:40:19: Da liegen die vierzig Freikarten, aber am nächsten Tag im Briefkasten.
00:40:22: Und wenn wir sagen, wir haben hier ein Turnier, dann kommt das Maskottchen vorbei und spielt mit unseren Kindern.
00:40:28: Und vielleicht kommen sogar noch zwei Lizenz-Fußballer von der ersten Mannschaft und datteln mit den Kitzern ein bisschen rum und sagen, cool, cool, cool.
00:40:38: Hier, erster Preis, KSV-Trikot, zweiter Preis Schal.
00:40:41: Wenn wir das machen, sind die sofort da, die übernehmen Verantwortung.
00:40:45: KSV!
00:40:46: die träumen von zwanzig Millionen im Jahr, ja, so haben, dass die sind eigentlich in der Niederung der Regionalliga.
00:40:53: irgendwie im Mittelmaß sind sie drin, jetzt vielleicht ein bisschen höher, vielleicht steigen wir bald mal auf, aber das ist ein riesengroßer Unterschied, die Staatstheater und im KSW Kassel trennen Welten, Welten.
00:41:06: und trotzdem übernimmt das der KSW für die freie Szene Straßenfußball viel mehr Verantwortung als das Staatstheater für die freie Szene Tanz.
00:41:16: Und diese Grundhaltung möchte ich, wenn du wirklich schon dreißigvierzig Millionen kriegst in einem Jahr, dann muss das der Stadtgesellschaft zugutekommen.
00:41:27: Da musst du überlegen, wie komme ich auch aus meinem Staatsjahr, oder wir wollen jetzt sich aufs Staatsjahr einschießen.
00:41:31: Es gibt zahlreichen, vielen Städten, Sachen jenseits vom Theater, die wirklich mal sich Gedanken machen müssten, wie komme ich denn überhaupt mal raus aus meinem Museum?
00:41:40: Wie komme ich denn überhaupt mal raus?
00:41:41: Wann gehe ich denn da mal raus?
00:41:42: Wann gehe ich mal in die Problemschule rein?
00:41:44: Wo gibt es denn hier soziale Probleme?
00:41:46: Kultur hat für mich eine Aufgabe, nicht diese Bespaßung dieser Leute.
00:41:50: Und ich glaube, ich muss dir da wieder sprechen, Mara.
00:41:52: Ich glaube, es ist kein großer Gesellschaft, unterschied, wenn die die oberigkeit und die elitären intellektuellen jetzt nicht mehr ihre ihre supertheater jedes jahr serviert bekommen und ihre stargass spiele und ihre super duper ausstellung mit den absoluten milliardenschweren künstlern kriegen.
00:42:10: ich glaube in der stadtgesellschaft endet das relativ wenig.
00:42:13: es kann sich aber einiges ändern und da kommen wir an das an das unausgeschöpfte potenzial von dieser kultur ran.
00:42:20: es kann sich einiges ändern, wenn der kulturbereich auch in der in den hohen Metern sagt, wir übernehmen jetzt mal Verantwortung dafür, dass der Faschismus aufgehalten wird.
00:42:30: Wir übernehmen jetzt mal Verantwortung dafür, dass Menschen einfach soziale und kulturelle Teilhabe erleben können.
00:42:36: Wir gehen mal in die Schulen, über die alle nur schlecht reden.
00:42:41: Und die Kinder sind einfach... und empowern die Kinder mal mit unseren Tools.
00:42:45: Wir holen die mal rein zu uns.
00:42:46: Wir gehen auch mal raus.
00:42:48: Wir gehen in die Schulen.
00:42:49: Wir gehen zu den Vereinen.
00:42:51: Wir wollen mal wirklich was erreichen.
00:42:53: Und da ist, finde ich, ganz, ganz viel Luft nach oben in Deutschland.
00:42:58: Auf jeden Fall.
00:42:59: Aber das, finde ich, sind ja zwei parallele Themen.
00:43:02: Also, weil auch ein Staatstheater kann ja inhaltlich Dinge machen, die nicht elitär sind.
00:43:11: Weißt du, also das, was im Staatstheater auf die Bühne kommt, das kann ja durchaus ausstrahlen in eine Stadtgesellschaft und da eben auch in alle Schichten.
00:43:20: Das andere, was du sagst, eine Thematik bei der ganzen Förderung und auch bei den finanziellen Bedarfen von dem, was man unter Hochkultur benennt.
00:43:30: sind ja die Strukturen.
00:43:32: Also es ist ja nicht so, dass jetzt an einem Staatstheater nur irgendwelche Star Ensembles unterwegs sind, sondern auch da hast du ja oft noch Leute, die auf der Bühne stehen, die überhaupt nicht gut bezahlt sind.
00:43:44: Weil das Geld eben in die Strukturen fließt.
00:43:48: Und deswegen, finde ich, ist das ein ganz wichtiges Thema, das man sich fragt.
00:43:51: Wenn man diese Strukturen hat, wie können die Freien davon mit profitieren?
00:43:58: Wenn man sagt, diese Strukturen müssen bezahlt werden, um den Betrieb überhaupt aufrechtzuerhalten, dann muss man sich viel mehr Gedanken drum machen, wie kann man diese Strukturen in der Breite nutzbar machen?
00:44:09: Und das geht dann in Richtung dessen, was du gesagt hast.
00:44:11: Und das andere ist eben das, wie kann die Kultur rauskommen aus diesen ... Elfen bei den Türmen, indem sie dann teilweise also einfach drin sitzt.
00:44:22: und wie kann man aus diesen Kulturstätten herausgehen in eine Stadtgesellschaft und mehr Menschen erreichen und mehr Menschen mitnehmen.
00:44:36: Also es funktioniert nicht zu sagen, wir sitzen hier, wir haben diese Förderung und wir warten jetzt darauf, dass die Leute eben kommen so.
00:44:45: Das Problem ist dann halt auch, dass viele... Viele dieser Kulturproduktionen entstehen halt auch in diesen Elfen bei den Türmen.
00:44:52: Das kann man manchmal auch so ein bisschen spüren.
00:44:55: Weißt du, wie ich das meine?
00:44:55: Ja, auf jeden Fall.
00:44:56: Also, ich finde zum Beispiel ganz spannend in Wiesbaden gibt es ja seit ein paar Jahren die Bienale, die dann eben rausgeht in die Stadt und die sich auch Räume sucht in der Stadt und die in der Stadtorte bespielt, die sonst irgendwie gar nicht mit Kultur vielleicht in Verbindung gebracht werden.
00:45:15: Und die dann aber auf der anderen Seite Seite auch solche Themen in der Vergangenheit schon hatte, wie man nutzt die Räumlichkeiten des Staatstheaters plötzlich ganz anders als das gewohnt und gedacht ist.
00:45:28: Also da gab es beispielsweise vor einigen Jahren dann mal, dass ein Supermarkt irgendwie eine Woche oder zwei Wochen im Staatstheater einfach eingebaut war.
00:45:37: Dann bist du durch das vor jedes Staatstheaters gegangen und das war halt plötzlich, waren da Supermarktregale und du konntest da deinen Einkauf irgendwie erledigen.
00:45:46: Sehr cool, sehr cool.
00:45:48: Das hört sich wirklich gut an.
00:45:49: Ja, also solche Sachen, da bin ich sehr größte Fan von.
00:45:52: Ich bin natürlich auch als Kulturbeiratsvorsitzender hier in Kassel.
00:45:56: Ich komme zu den Prämieren, ich gucke mir das auch alles an.
00:46:01: Urteile darüber garantiert nicht außer Distanz.
00:46:03: Ich guck mir das an und ich sehe natürlich auch immer, gerade auch im Kunstbereich, um jetzt mal vom Theater so ein bisschen weg zu gehen, auch im Kunstbereich ist natürlich auch immer der Kunstmarkt, der ähnlich ist.
00:46:13: und da kommen wir ja, glaube ich, wieder zurück zum Fußballbusiness.
00:46:17: Der Kunstmarkt ist ja ähnlich außer Kontrolle oder vielleicht sogar noch ein bisschen mehr außer Kontrolle als der Transfermarkt bei den Spielern, weil ich erkläre das immer ganz gerne so.
00:46:27: Also Kunstleuten, die nicht viel mit Fußball am Hut haben, sage ich wir reden dann über den Kunstmarkt, dann sage ich, stell dir mal vor, also Fußball wäre so im Kunstmarkt, dass beim Kunstmarkt kann man ja auch sogar die Spieler irgendwie illegal kopieren und dann hat man den Original rumrennen bei dem einen Verein und der andere Verein sagt, nee, wir haben aber das Original und was das dann mit dem ganzen Marktvolumen machen würde, dann hat man ungefähr abgebildet, was der Kunstmarkt aktuell auch in weiten Teilen ist.
00:46:57: Also die Märkte Haben schon einige Parallelen.
00:47:03: Dies gibt Verhandlungen mit großen Kunstschaffenden, die vielleicht unter gewissen Umständen hier ausstellen würden, aber zu unter gewissen Umständen aber auch nicht.
00:47:11: Die haben dann auch einen großen Beraterstab.
00:47:14: Und ähnlich wie beim Transferfenster wird das dann auch so bekannt gegeben auf einer Pressekonferenz.
00:47:19: Also es gibt das schon auch in der Kommerzialisierungskultur, möchte ich es jetzt mal nennen, durchaus parallel inzwischen der Kultur in dem Sport.
00:47:27: Ja, vor allen Dingen finde ich letztlich sind wir ja fast... soweit, dass man sagen muss, der Fußball ist die Hochkultur des Sports, wenn man auf Finanzierung schaut, oder?
00:47:39: Also, ich mein, alles fließt irgendwie in diesen Fußball und da in den Männerfußball und in die erste Liga.
00:47:45: Und unten drunter hast du aber auch ganz viel, was strukturell eigentlich wichtig ist, wo Menschen erreicht werden, wo du in der Breite einen Unterschied machst, wo die Finanzierung aber viel, viel schwieriger ist, weil es immer so eine Pseudo-Begründung dafür gibt, warum das Geld jetzt aber wieder in den nächsten Transfers ... fließen muss.
00:48:02: Also wenn du dir so ein Verein anschaust, in dem ja häufig eben nicht nur der Männer Profifußball stattfindet, sondern ganz viel Jugendfußball, Frauenfußball, auch andere Sportarten.
00:48:14: Aber es gibt immer so eine Begründung dafür zu sagen, wenn jetzt die Profifußballer in der ersten Liga irgendwie auf dem Relegationsplatz stehen, dann müssen wir Geld investieren in den Trainerwechsel, was dann woanders wieder fehlt.
00:48:29: Und dann gibt's auch immer so eine Begründung aus der Historie.
00:48:32: Ja, aber irgendwann wurde Geld ja auch mal genau über diesen Bereich reingeholt.
00:48:35: Aber im Endeffekt hängen die anderen Bereiche im Verein immer am Tropf von diesem Profifußball und müssen sich irgendwie dann im Zweifelsfall auch wieder mit weniger Geld arrangieren, weil halt irgendwie im Profifußball wieder irgendwelche Fehler ausgeglichen werden müssen.
00:48:52: Und das ist eigentlich eine ganz ähnliche Thematik und auch eine ganz ähnliche Problematik wie in der Kultur, oder nicht?
00:48:59: Ja, also durchaus, ich sehe das, ich sehe das absolut.
00:49:02: Ich habe auch die Fußballbrille ganz oft auf und bei Roots, ich interessiere mich natürlich auch für andere Sportarten.
00:49:09: Außer Fußball, aber na klar, wir müssen immer gucken, dass wir auch die Blicke woanders hinwerfen.
00:49:15: Ich habe jetzt aktuell, hatten wir ja den Fall Abdelkader Selmi, ein Boxer von Eintracht Frankfurt, dem die Abschiebung drohte vor einigen Wochen.
00:49:26: Und da siehst du ja genau, dass diese Unwucht, auf die du anspielst.
00:49:31: Ich habe dann auch in einem Video gesagt, man stelle sich mal vor, dieser Boxer von Eintracht Frankfurt, der U-Twenty deutscher Meister wäre, dieser Boxer wäre ein Fußballer von Eintracht Frankfurt, den das Innenministerium jetzt gerne abschieben würde.
00:49:47: Was Eintracht Frankfurt und vor allen Dingen, was dann auch der DFB machen würde und was alle anderen deutsche Sportjugende etc.
00:49:53: für den Lärm macht.
00:49:54: Warum?
00:49:55: weil er sein, weil er schon einen gewissen kommerzialisierbaren Wert hat.
00:50:00: Ich glaube, dieser traurigen Wahrheit müssen wir uns dann einfach auch stellen, dass genau wie du sagtest, es wird ja auch ganz oft angeführt, ja, aber unsere Krankenhäuser gehen, dann, wenn wir alle abschieben, Rehmigration geht ja schon mal gar nicht, dann steht Deutschland still.
00:50:13: Genau in diese Argumentation spielt es ja rein, dass, selbst wenn du eine der Olympia Hoffnungen bist, der ist ja dann auch im Herrenbereich, glaube ich, dritter geworden, Und selbst wenn du Olympia Hoffnung bist für ein paar Jahre, kommt kein Ruck durch die Verbände und Vereine, für die du spielst.
00:50:33: Das war mir bisher viel zu wenig.
00:50:35: Wir gucken mal, was noch kommt.
00:50:36: Zunächst einmal ist ja auch die direkte Abschiebung abgewendet, aber da hat man genau super erkennen können, dass das dann großes Ungleichgewicht herrscht.
00:50:49: Genau, also der Fußball, ich habe jetzt letztens von so einem Astrophysiker in einem Podcast gehört.
00:50:56: Warum gehen wir nicht wieder auf den Mond?
00:50:57: Warum waren wir so lange nicht auf dem Mond?
00:50:59: Und die Erklärung war dann von dem Physiker, ja, damals zum Kalten Krieg war das einfach von politischem Interesse.
00:51:09: John F. Kennedy hat gesagt, wir werden denen zeigen, dass wir besser sind als die, weil die hatten den ersten Menschen im Orbit.
00:51:15: Und wir müssen jetzt dieses Rennen gewinnen.
00:51:17: Ansonsten denken alle, denkt die ganze Welt, der Sozialismus ist besser als wir.
00:51:21: Wir müssen da jetzt schleunigst hoch.
00:51:22: Und wenn es ein Interesse gibt, ein politisches oder komitelles Interesse gibt, dann gehen Sachen ganz schnell.
00:51:29: Wenn es das nicht vorhanden ist, dann werden Sachen ganz schnell unter den Tisch gekehrt.
00:51:36: Da gibt es ganz große Parallelen.
00:51:38: Ja, auf jeden Fall.
00:51:39: Das ist definitiv so.
00:51:42: Ich würde gerne nochmal auf Roots tatsächlich kommen, dass das jetzt gerade schon anklingen lassen, die Initiative Roots Against Racism Fußball, in der du eben auch mit drin bist.
00:51:58: Ihr habt jetzt ein bisschen mehr als das erste Jahr hinter euch.
00:52:03: Ich glaube, dass in dem Jahr wahrscheinlich sogar schon mehr auch so an Öffentlichkeit passiert ist und an Aktion, als ihr das vielleicht selber absehen konntet vorher.
00:52:18: Kannst du noch mal ein bisschen was sagen?
00:52:20: Es gibt ja... Von der Blick von außen ist ja teilweise immer noch der, dass es dann heißt, hey, wieso braucht man denn so was?
00:52:29: Und dabei ist es Menschen, die sich damit beschäftigen, total klar.
00:52:33: Und also dir sowieso noch mal anders.
00:52:35: Aber kannst du für Leute, die drauf schauen und sagen ... Was ist der Nutzen?
00:52:43: Was ist die Bedeutung?
00:52:44: Warum sind solche Initiativen wichtig?
00:52:47: Das vielleicht mal erklären, ist das in Ordnung für dich?
00:52:52: Ja, also aus der Perspektive derer, die jetzt sagen, was brauchen wir das denn, würde ich dann erstmal zusammenfassen, dass Es keine generelle Anschuldigungs-Machinerie ist von Rassismusvorwürfen, die wir rausballern aus einen Rohren.
00:53:12: Sondern wenn man damit jetzt schon ein Problem hat, dass die Wurzeln des Rassismus im Sport ein bisschen durchleuchtet werden und die strukturellen Zusammenhalte und Risome, die sich gegenseitig bedingbar ein bisschen offengelegt werden, wenn man damit schon ein Problem hat, dann müssen wir, glaube ich, wo ganz anders ansetzen.
00:53:28: Aber für alle, die sich einfach so dafür interessieren, was Ruths macht, also wir haben drei Säulen, Awareness, Empowerment und Change und die sprechen eigentlich Eigentlich so ziemlich auch das an, was wir am Anfang schon als so ein Ronnys Buch gegen besprochen haben.
00:53:44: Also wir wollen erstmal durch unsere vielen Auftritte auf den Podien, wollen wir auch ein Diskurs.
00:53:50: mitgestalten aktiv.
00:53:52: Wir wollen unsere Stimme erheben, wir wollen andere dazu motivieren, auch eine Stimme zu finden dazu und wir wollen einfach Awareness für das Thema herrschen, dass das tatsächlich strukturell ist und keine individuelle Frage.
00:54:06: Das muss man leider immer noch, wie Sisyphus den Stein auf dem Berg hoch heult, muss man das leider immer noch in Deutschland machen, dass es struktureller Rassismus und institutioneller Rassismus die Kern die Kernstruktur von Rassismus im Sport stützt.
00:54:23: Und dann, wenn man dann Ronnys Buch gelesen hat, sich überhaupt über Kolonialismus gewahr wird und über Koloniale... Zusammenhänge ist dann wahrscheinlich dann das nächste Level.
00:54:31: Ich habe mir jetzt angewöhnt, alles so auf Levels aufzuteilen für Leute, die sich jetzt erst damit beschäftigen, Leute, für die das noch total komisch ist.
00:54:40: Warum?
00:54:40: Jetzt sind wir alle Rassisten im Sport oder was?
00:54:42: Das ist genauso.
00:54:44: Schule ohne Rassismus Schild vorne dran dübeln ist alles okay, aber wenn du dann mal im Lehrerzimmer sagst, stopp.
00:54:50: Das heißt Schaubküsse und die anderen Bezeichnungen dafür sind rassistisch.
00:54:54: Dann ist es so, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, oi, Es gibt sicherlich auch Vereine, die sagen, wenn wir das jetzt so groß angehen, dann gestehen wir uns ja ein.
00:55:10: Und das ist die Grundannahme, die, glaube ich, die Arbeit von uns am schwierigsten macht.
00:55:13: Dann gestehen wir uns ja ein, dass wir Rassismus haben.
00:55:16: Aber dass das eigentlich in unserer Gesellschaft leider alltäglich ist, das kriegt man meistens nur mit, wenn man vom Rassismus direkt betroffen ist.
00:55:24: Aber unsere andere Säule gilt natürlich auch an die andere Richtung Empowerment.
00:55:28: Wir wollen Betroffene von Rassismus auch empowern.
00:55:30: Empowern rauszugehen.
00:55:33: und genauso wie es vor einem Jahr mit meinem Rassismus klar war, würden wir auch gerne Leute ermutigen auch dran zu bleiben und auch wenn es sehr schwer ist und du immer mit Abwehrkämpfen zu tun hast, Rassismus weiterhin klar zu benennen, der passiert und weiter dran zu bleiben.
00:55:53: Denn es ändern sich die Strukturen nicht, wenn wir es schlucken.
00:55:57: Wir müssen uns vielleicht auch manchmal Hilfe holen, das zu verarbeiten, weil es auch eine unheimliche mentale Belastung.
00:56:03: Und da wollen wir natürlich auch irgendwann auch eine Anlaufstation sein, um zu beraten und zu orientieren, um zu gucken, Verweisberatungen etc.
00:56:11: Das liegt sicherlich dann auch in der Zukunft.
00:56:14: Und ja, junge Leute inspirieren und empowern.
00:56:17: Ich habe jetzt bald beim Deutschen Olympia und Museum in Köln, habe ich bald einen Empowerment Workshop, da freue ich mich schon drauf für Kinder und Jugendliche.
00:56:25: Da werden wir über ähnliche Themen auch reden, aber halt ein bisschen spielerisch, wie ich das so vermitle.
00:56:31: Und du hast es am Anfang auch angesprochen.
00:56:32: Change ist tatsächlich auch die Veränderung.
00:56:36: zu haben.
00:56:37: Auf der Führungsriege vielleicht auch irgendwann mal die Diversität des Sports abzubilden, kann natürlich auch ein tolles Ziel sein.
00:56:46: Wir gucken manchmal ein bisschen neidisch nach England rüber.
00:56:48: Die EFA ist da schon ein Schritt weiter.
00:56:50: Die haben Quoten und die haben auch verschiedene andere Sachen, die wirklich, die wir uns wünschen würden.
00:57:01: Und wir wollen Natürlich auch, dass gewisse Leute in der gestrigen Erfahrung und genau diese anderen Säulen beherzigen, irgendwann auch in Sphären aufrücken, denen der DFB auch zuhört und auch alle anderen Verbände der DOSB etc.
00:57:15: überall, wo Leute Sport treiben, müssen auch betroffenen Perspektiven vorhanden sein.
00:57:20: Und dann können wir, glaube ich, sehr viel damit bewirkt.
00:57:24: und da sind wir gerade auf dem Weg.
00:57:25: Wir hatten nur eine aufregende Anfangszeit und jetzt stellen wir gerade die Weichen, um strukturell wirklich an das Thema heranzugehen.
00:57:35: Danke erstmal für die Ausführung.
00:57:36: Ich würde gerne nochmal ganz an den Anfang zurückgehen.
00:57:39: Du hast es jetzt gesagt mit diesem, also wenn man das erklärt, so die Frage, wenn da jemand irgendwie schon ein Problem mit hat.
00:57:46: Ich frag mich ja oft.
00:57:48: Du hast als eine Eure Säule, Eurer Säulen, das Thema Awareness genannt.
00:57:54: Ist das nicht fast an vielen Stellen strukturell ein mindestens gleichwertiges Problem zu dem tatsächlichen Rassismus, wie vielen Leuten Dinge einfach nicht bewusst sind?
00:58:11: Also wie sehr man überhaupt erklären muss, wie ... Realität, Alltag in Deutschland aussieht für eine Person, die nicht weiß ist, die in irgendeiner Form von bestimmten Leuten erstmal als vielleicht fremd gelesen wird, also die mit diesen, mit diesen Zuschreibungen und so weiter sich eben konfrontiert sieht.
00:58:34: Diese, dieses ganze Thema Awareness, Leute darauf aufmerksam machen, Leuten das begreiflich machen, Leuten das, das ist ja eine riesen Arbeit und das ist ja eigentlich absurd, dass diese Arbeit oft den Leuten obliegt, die gleichzeitig unter diesen Strukturen leiten.
00:58:51: Das ist ja schon der erste Systemfehler so.
00:58:55: Aber ja, also ist dieses Thema der fehlenden Awareness in vielen gesellschaftlichen Bereichen und bei vielen Leuten nicht letztlich vielleicht sogar das Riesenproblem?
00:59:09: In Sachen Alltagsrassismus muss ich da auf jeden Fall zustimmen.
00:59:13: Ja, das ist sehr ermüdend und die ISD hat dafür gesorgt, dass ich nicht an diesen Hürden... schon verzweifelt bin, muss ich sagen.
00:59:28: Ich wäre schon längst total ernüchtert.
00:59:30: Aber das ist schön an einem Empowerment-Raum, dass du ein bisschen Mut fassst.
00:59:36: Ich habe es jetzt in der Kollegin gesagt, die noch nicht so in Community-Strukturen ist, eine schwarze Kollegin von mir, die im Bildungssystem ist.
00:59:43: Wir haben über eine bestimmte Sache geredet und sie hat dann ich war dafür sie klar anzusprechen und sie hat gesagt ja du hast eigentlich recht ich versuch das immer irgendwie so zu sugarcoden und noch mal ein bisschen angenehmer zu machen.
00:59:55: aber eigentlich nervt mich das schon mein ganzes Leben so und ich bin trotzdem so ein bisschen zögerlich.
01:00:01: ich habe einfach noch nicht so ein hartes Fell wie du hat sie gesagt.
01:00:03: und ich habe gesagt genau das ist der Punkt.
01:00:06: Die Muckis kannst du im Fitnessstudio trainieren aber so ein hartes Fell das geht nur in Communities richtig gut.
01:00:12: Du bist bestärkt, dich zu sehen, oder mich zum Beispiel, bestärkt es total, eine Persönlichkeit an meiner Seite zu haben, wie Gabriele Exner aus Münster oder auch eine Eleonore Wiedner-Roth-Kulibali, die die ISD und ADFRA mitgegründet haben vor vierzig Jahren, die einfach auch eine seniorischen Verhältnis zu mehr haben, die durch die absolute... die auch durch diesen absoluten Kampf gegangen sind und noch stehen und stark sind und die diese Trampelfade auf den wir jetzt laufen dürfen und auch weiter für Change sorgen dürfen, die diese Trampelfade erstmal freigelegt haben für uns, so Größen.
01:00:51: Und das gibt mir totale Power.
01:00:54: und ich sage ja auch immer Empowerment spielt da in diesem Verhältnis zwischen Rassismus und Awareness tatsächlich auch eine Rolle, weil Empowerment ist das Gegengift.
01:01:03: gegen die Auswirkungen von Rassismus sage ich immer ganz gerne.
01:01:06: Also in der Schule, wenn ich über Rassismus rede, dann mache ich das meistens, wie gesagt, spielerisch und dass sie sich selber ein bisschen was erschließen und ich führe dann Rassismus als Virus ein und Emporment als das Gegengift dazu.
01:01:21: Weil wenn wir sagen, welche Stichworte fallen uns zu Rassismus ein, dann sind die Gegenteile meistens davon etwas, was uns davor schützt, was uns unseren Selbstwert schützt, der angegriffen wird.
01:01:33: Aber was auch wichtig ist vor dem Sportgedanken ist es, dass wir sehen, in meiner Grundschulklasse, ich habe es ja auch bei Franken Podcast gesagt, meine Lehrerin, meine Grundschullehrerin Frau Nendiger hat die Klasse wirklich hinter mich gebracht.
01:01:46: Und sie hat gesagt, jeder, der David beleidigt, stellt Die Solidarität unserer Klasse infrage, also im übertragenen Sinn, hat sie das gesagt.
01:01:53: Wer ihn beleidigt, beleidigt uns alle, hat sie gesagt.
01:01:56: Und das ist die ganz wichtige Sache, wenn das in einer Fußballmannschaft so wäre.
01:02:03: Dann hätten wir schon so vieles gewonnen, oder auch an der Fankurve.
01:02:07: Weil ganz oft stehst du, wenn Rassismus passiert, wenn du Opfer von Rassismus wirst, du stehst erstmal total isoliert alleine da.
01:02:15: Und selbst manchmal, die engstehende Leute, die nicht die Erfahrung gemacht haben wie du, die haben Antennen, die können das nicht empfangen manchmal.
01:02:27: Die sagen, hey, was hat er gesagt?
01:02:28: Wie?
01:02:29: Achso, und jetzt?
01:02:31: Ach so, er stimmt.
01:02:32: Häh?
01:02:32: Habe ich gar nicht gehört.
01:02:33: Und du bist erstmal in so einer Rechtfertigungsspirale.
01:02:37: Und jeder Rassismus-Eklar und jeder Rassismus-Skandal oder auch Vorwurf, der folgt immer bestimmten Mustern.
01:02:46: Und das Muster, das am deutlichsten ist und das ist die am schwierigsten Macht ist,
01:02:50: das
01:02:51: Ganz oft nicht von Ressismus betroffenen Menschen, weiße Menschen, ganz oft nicht richtig hingucken wollen.
01:02:58: Und die haben einfach so, als würdest du jetzt dein Gesicht abwenden wollen und du musst aber hingucken irgendwie.
01:03:05: Also die wollen den Blick sofort abwenden und es ist einfach ein bisschen sicherer und safer.
01:03:11: wenn sie das vielleicht irgendwo in der Ecke packen, wo das vielleicht ignoriert wird, weil es sie mit der eigenen Rolle in dem Ganzen vielleicht ein bisschen konfrontiert.
01:03:25: Weiße Menschen, wir sagen immer, sind nicht von Rassismus betroffen.
01:03:27: Ich würde immer gerne sagen, die sind nicht direkt von Rassismus betroffen, weil sie sind auch Variablen in dem Ganzen.
01:03:33: Wenn im Zug, im Bordrestaurant, wie auch neulich, jemand rassistisch wird, dann stehst du so oft alleine, da sind so viele Leute da.
01:03:42: Also diese Zivilcourage, was Rastismus betrifft, ist auch ausbauffähig und du denkst dir manchmal so, warum habt, he?
01:03:49: Und irgendetwas hindert noch.
01:03:51: Irgendetwas ist noch da, was diesen letzten Schritt möglich.
01:03:56: Und ich komme ja wieder ins Lehrerzimmer zu den Schaumküssen, wenn einem im Collegium das falsche Wort dazu rausrutscht, dann hören das zwanzig, aber nur die betroffene Person, wenn überhaupt jemand etwas sagt, nur die betroffene Person sagt was.
01:04:10: Und da könnten wir auf viel mehr Schultern verteilen im Sport, in der Kultur und auch überall sonst.
01:04:15: Dann wäre schon sehr viel geholfen.
01:04:18: Ja, absolut.
01:04:19: Und vor allen Dingen, also dieses Wort, eh klar, das kommt ja oft genau dann, wenn halt ... die Öffentlichkeit draufblickt.
01:04:25: Also, Rassismus ist irgendwie oft halt so in Anfangszeichen im Verborgenen.
01:04:32: Also, das ist auch so diese Geschichte mit, der DFB sagt, was bei jedem fünfhundertsten Spiel wird irgendwie, ist dann ein Vorfall über den gesprochen wird.
01:04:40: Aber der findet ja die ganze Zeit statt.
01:04:43: Und, eh klar, wird immer dann benutzt als Begrifflichkeit in meiner Wahrnehmung, wenn dann der Blick so drauf gelenkt wird.
01:04:49: Und man auch halt eben nicht weggucken kann.
01:04:52: Aber das bedeutet ja ... nicht, dass er nur dann stattfindet, sondern nur dann wird er irgendwie öffentlich debattiert.
01:04:58: Und auch das ist ja ein Teil der Problematik.
01:05:03: Genau, also ich möchte nur mal ganz kurz so ein Abwehrmechanismus aus der jüngeren Vergangenheit aus dem Fußballwelt nennen.
01:05:12: Du erinnerst dich sicherlich noch an diese lichten Hagenkoreografie von den Hansa Rostock-Fans vor einigen Jahren.
01:05:19: Und ähnlich wie bei meinem Rassismusvorfall gab es dann einen offiziellen von... Hansa Rossock, der gesagt hat, das verbitte ich mir, dass man unseren Fans sowas unterstellt.
01:05:29: Ich verbitte mir das.
01:05:30: Also in Deutschland ist wirklich Umgang mit Rassismus und öffentlich benannter Rassismus wirklich verbitte mir sowas.
01:05:36: Und genauso war es auch bei meinem Skandal, die im Kulturbereich, als ich beleidigt wurde, das erste, was die HNA schreibt, der Rassismusvorwurf verbitte, ich verbitte mir doch sowas.
01:05:45: Und als würden wir uns hier irgendwie aus Spaß, weil das sowieso geil ist, exponieren wollen und das aus Jux einer Freude machen, weil das so geil ist im Tornado eines Rassismus-Bash zu sein und die rassistischen Trolle alle deine Social-Media-Posts infiltrieren, was so viel Bock macht.
01:06:03: Machen wir das so gerne, weil es Spaß macht.
01:06:06: Und ich denke mir dann auch so dieses, ich verbitte mir das, also das ist erstmal die erste Sache, also bitte schön, so was ihr Rassismus gibt es bei uns nicht.
01:06:12: Das ist das, das allgemeine deutsche Abwehrreflex, wenn es sowas gibt.
01:06:16: Man fühlt sich angegriffen.
01:06:18: Man ist aber gar nicht das Opfer.
01:06:19: Das ist diese Täter-Opfer-Verzerrung, die es ganz oft gibt.
01:06:23: Gerade auch, es wird schon was gewesen sein.
01:06:25: Also auch so in Frage zu stellen, ob dieser Rassismus eine Rechtfertigung hat, wie wir es vorhin hatten.
01:06:29: Das sind so Mechanismen, die immer wieder wirken, die es sehr schwer machen, gegen Rassismus überhaupt zu benennen.
01:06:36: Sich zu trauen Rassismus öffentlich zu benennen.
01:06:39: Also das ist so die Sache, die zünden Rauchtöpfe unter diesem Sonnenblumenhaus und darunter extra Machen sie so lichter Flackertöpfe, sodass das genauso aussieht, als würde das Brennen genau wie bei Rostocklichtenhagen.
01:06:53: Und dass das keine größere Empörung verursacht hat, und man sogar noch auf Hansa Rostockseite sagen durfte, also bitte jetzt, Mari, kann man noch nur.
01:07:02: Gerade gegen St.
01:07:03: Pauli auch zu dem Zeitpunkt.
01:07:05: Ich finde, das ist eine ganz, ganz große Frechheit gewesen.
01:07:07: Und das hat gezeigt, wie unreif und wie zurückgeblieben, einfach Rassismus-Debatten in Deutschland dieser Tage sind.
01:07:18: Und wir tun sehr gut daran, die man ins Jahrzehntehundert zu holen und uns mal vielleicht ein bisschen mehr Awareness anzuregen und auch Opfer nicht sofort zu verunmöglichen.
01:07:29: Rassismus zu benennen in Deutschland bedeutet, dass man selber erst mal durch einen Verunmöglichungssturm durch muss.
01:07:36: Und wenn man den überstanden hat und noch steht halbwegs, dann kann man vielleicht irgendwo haben.
01:07:41: Aber das ist noch lange nicht garantiert, dass du auch tatsächlich Gerechtigkeit empfindest.
01:07:45: Und deswegen fällt es auch glaube ich so vielen Sportlern und Sportlern schwer, das zu benennen.
01:07:50: weil, was ich auch immer gerne sage, was mein Mantra ist, der Leistungsgedanke und sein Kursor, der Kommerzialisierungsgedanke, die stehen dem Kampf gegen Rassismus ganz oft im Weg.
01:08:03: Also es ist alles in Ordnung, solange du das nicht wirklich offen benennst, weil dann verlieren Machthabende und Verantwortliche ganz oft die Kontrolle oder die Übersicht zumindest.
01:08:17: Und das ist dann immer so, Wenn du, solange du lieb und freundlich bleibst und alles schluckst, das habe ich auch schon öfters gehört aus den Gefilden, wenn es um Rassismus und Sport geht und gerade im Profisport wird von dir verlangt, eigentlich auch eine Maschine zu sein und Maschinen erleben keinen Rassismus.
01:08:39: Genau, dass das halt auch immer dafür sorgt, dass wenn es nicht mehr kommerzialisierbar ist, wenn es nicht mehr nachrechnet, wenn der Markt wird in Gefahrgerät oder der Leistungsgedanke in Gefahrgerät, dann sollst du bitte auch diesen Rassismus schlucken.
01:08:56: Das wird auch irgendwo verlangt.
01:08:58: Man hat es wunderbar gesehen vor einigen Jahren bei dem Youth League Spiel Sevilla gegen BVB.
01:09:06: Da ist Abdelege Kameradurch beleidigt worden, beide Spiele, und es ist einfach dran geblieben, weil man nicht ausscheiden wollte.
01:09:14: Also, der Kampf gegen Rassismus erfordert immer auch Opferbereitschaft.
01:09:18: Und ich sage ganz ehrlich, dieses, dieser Bannen des Leistungsgedanken, der muss auch wirklich mal auf einer ganz, ganz großen Skala durchbrochen werden.
01:09:28: Dass man wirklich mal in einem Do-or-Die-Spiel Wie das auch eins war für die Kids.
01:09:32: Sicherlich U-Ninzehn, Youth League, Gruppenphase überstehen oder ausscheiden.
01:09:37: Und wenn wir vom Platz gehen, weil unser Spieler von seinem Gegenspieler durchbeleidigt wird rassistisch, dann wird das Drei-Zone für Sevilla gewertet und der BVB fliegt raus.
01:09:46: Das wäre mal tatsächlich eine Schlagzeile, die ich mir tatsächlich selbst als BVB-Fan wünschen würde.
01:09:53: Spieler sagen Nein, zu diesen Bedingungen spielen wir nicht weiter.
01:09:56: Wir sind vorne und wir wollen diesen Sieg erkennen wir nicht an, weil er mit Rassismus zustande gekommen ist.
01:10:06: Wir gehen vom Platz.
01:10:08: Und dass das die ganze Liebe des rot-regen Rassismus und rote Karte und wir Kick-Rassismus raus und alles so was, ist immer sehr, sehr schön und gut und sind tolle Konzepte unterwegs, an denen wir bei Roots uns auch aufrichten, gerade auch in England, Kick It Out etc.
01:10:24: ist super schön.
01:10:26: Aber wenn der Leistungsgedanke mit dem Spiel kommt, dann wird es ganz oft zum Lippen Bekenntnis.
01:10:32: Dann sagt der Trainer ja auch, steht da ganz oft da und sagt ja, was sollen wir denn machen, wir wollen die Antwort auf den Platz geben.
01:10:37: Und ich sage das auch immer wieder, gehört auch zu meinem Mantra, auf ein gesellschaftliches Problem kann niemals eine sportliche Antwort gegeben werden.
01:10:47: Also der Rahmen eines sportlichen Wettkampfs lässt eigentlich gar nicht zu, dass man sich im Sinne der Fairness überhaupt auf Rassismus eine Antwort gibt.
01:10:58: Durch mein sportliches Engagement würde ich ja Rassismus sogar würdigen, dass ich eine sportliche Antwort darauf gebe.
01:11:05: Die gibt es nicht und ich hoffe, dass das aus der Lengua der Leistungsgesellschaft im Sport verschwindet.
01:11:12: Diese Antwort auf den Platz kannst du manchmal geben, aber es ist umso schlimmer, wenn die anderen gewinnen.
01:11:18: Und du bist ein doppelter Verlierer.
01:11:19: Das ist eine Rechnung, die nicht immer aufgeht und selbst wenn sie aufgeht, das Problem nicht beseitigt.
01:11:24: Und für solche Sachen kämpfe ich auch.
01:11:27: Ich kämpfe natürlich auch für Stadionerlebnisse, die ich gerne noch mal ansprechen würde.
01:11:35: je erwerer du bist, selbst als schwarzer Mensch hat man sicherlich auch Sachen zu lernen und Sachen zu fährlernen und man wird sich dann gewahr wie bestimmte Kontaktaufnahme manchmal zwischen fans so funktioniert und nicht.
01:11:48: und ich habe letztens von der von der grünen jugend jemanden gesehen der gesagt hat der so ein meme gepostet hat Leute Fußballfans den ich begegne du siehst aus wie dieser eine Fußballspieler und dann hat er so eine Staffette von zwanzig schwarzen der eine Fußballspieler.
01:12:07: Also davon kann ich wirklich ein Liedchen singen.
01:12:09: Ich weiß nicht, was ich machen soll noch, aber ich trage halt auch viel Haar.
01:12:13: Ich trage Afro auch und von Adejemi bis Ovo Mojela und sonst was für wer dir noch eingefallen ist mit Afro tragenden Spieler.
01:12:21: Der Kontaktaufnahme zu schwarzen Spielern ist immer, guck mal, da hinten Axel Witzel oder Dante oder der oder der.
01:12:28: Also alle Epochen in der Bundesliga.
01:12:31: hatte ich immer als Afrotragen der Mensch im Stadion andere Spitznamen und die Bayern Spitznamen haben mich natürlich am meisten aufgeregt.
01:12:38: Und da ist so das Ding, das ist in dieser Kategorie auch lieb gemeint.
01:12:46: Aber liebe Fans, ihr könnt nicht hinter einem asiatischen Spieler hinterherrennen, wie es in den Zenan war in Dortmund und immer Shinji Kagawa brüllen.
01:12:53: wenn ihr irgendein Asiaten in der Dokmoner-City seht.
01:12:55: Das funktioniert nicht.
01:12:56: Das geht dieses beschämend, Leute.
01:12:58: Das macht es sehr schwer, als nicht weißer Mensch-Fan von einem Bundesliga-Verein zu sein.
01:13:03: Wenn man immer, guck mal, weil man natürlich, es sagt natürlich immer viel mehr aus über die Person, die das macht.
01:13:08: Weil die Person, die das macht, wenn sie mich sieht und sofort sagt, guck mal da, uber Mojila, dann heißt das, das träge jetzt irgendwie so ein Muskel.
01:13:17: der Unbeanspruch ist.
01:13:19: Also ich kenne sonst keine schwarzen Menschen in meinem Umfeld und jetzt stehe ich mal mit einem und sofort wird meine Datenbank durchsucht.
01:13:25: Wer ist denn das?
01:13:26: Guck mal, der sieht so aus.
01:13:27: Und das ist dann so ganz grässliche Seideffekt von einem Stadionbesuch als afrotragender Mensch.
01:13:35: Ist wirklich ultra nervig und ich wünschte mir, es würde irgendein Gegenmittel dafür geben.
01:13:40: Aber scheinbar ist es eine sehr schroffelige und dofe Art Kontakt aufzunehmen.
01:13:45: Und ich sage auch wirklich, unterhalt mich oft, ich nehme das anders bei einem Altersgenossen als bei einem achtzigjährigen Opa.
01:13:52: der dann zu mir neben mir steht und sagt, ha ha, Adiyebi, guck mal, du bist süß, du siehst aus wie Adiyebi.
01:13:56: Dann sage ich, ja, Adiyebi könnte erst mal mein Sohn sein.
01:13:58: und Punkt zwei, lass mal auf Karl-Heinz.
01:14:00: Ich guck aber anders bei einem Dreißigjährigen, der das viel besser wissen müsste.
01:14:04: Ich nehme mir auch vielleicht mal als Vierzehnjährigen zur Seite und sage, weißt du, hin und her, frag mal deine schwarzen Freunde in der Schule, ob die das cool finden, wenn man so angequatscht wird.
01:14:15: Man hat verschiedene Mechanismen, wie man damit umgeht, aber es ist nichtsdestotrotz ultranerflich.
01:14:21: Das wollte ich auf jeden Fall noch mal loswerden.
01:14:23: Und das ist auch ein ganz, ganz wichtiges Beispiel dafür, wenn's immer heißt, Fußball steht irgendwie allen gleich offen und im Fußball sind wir alle gleich und erleben alle dasselbe, dass das einfach nicht stimmt.
01:14:35: Weil Menschen im Fußball ganz unterschiedliche Dinge erleben, je nachdem, was sie für Hintergründe haben, wie sie von anderen gelesen werden, was sie für Zuschreibungen irgendwie übergestülpt
01:14:46: bekommen.
01:14:47: Und Fußball für alle zu diesem offenen, guten Raum zu machen, ist nach wie vor... ein Prozess, an dem wir uns alle beteiligen müssten.
01:14:56: Und genau das, was du jetzt gerade gesagt hast, ist ein Beispiel, an dem sich das illustrieren lässt, dass es eben nicht völlig egal ist, wer man ist, wenn man ins Stadion geht für das Erlebnis, was man da dann anschließend hat.
01:15:12: Ja, also mir fällt es immer schwerer auch tatsächlich auch mit meinem Sohn, der jetzt auch mit zehn langsam sich gewahr wird über Rassismen.
01:15:20: fällt es auch immer schwerer, weil er merkt, wie mich das auch nervt und wie mich das rausbringt.
01:15:25: und selbst wenn man mit Otto im Stadion ist und da gibt es manchmal vielleicht auch mal so ein kleines Kleinkind oder so ein Totler hinter dir, der dir mal in die Haare wuschelt und das ist natürlich dann eine ganz süße Geschichte eigentlich, aber man merkt trotzdem, wie es ein bisschen den Zugang zu einem Ort, den ich jetzt schon fünf, zwanzig Jahre besuche, verändert tatsächlich.
01:15:46: Wenn ich alleine bin, pöbel ich natürlich zurück.
01:15:49: wenn mir manchmal einer nicht passt, wie übergriffig er wird.
01:15:54: Aber da gibt es natürlich ganz viele verschiedene Abstufungen, die es gibt.
01:15:57: Aber so ein Stadionbesuch, das werden jetzt viele auch nicht gerne hören wollen, aber ein Stadionbesuch als schwarzer Mensch ohne Übergriffe jeglicher Art ist leider sehr selten geworden.
01:16:08: Das macht mich ein bisschen traurig.
01:16:10: Ja, also nachvollziehbarerweise und ist aber letztlich für uns alle eine Aufgabe, der wir uns unbedingt stellen müssen.
01:16:18: Du hast vor nicht allzu langer Zeit gesagt, Fußball ist erste Liebe, größte Hoffnung und größte Chance und letzte Hoffnung.
01:16:28: Würdest du das immer noch so unterschreiben oder hat sich das in den letzten ein, anderthalb Jahren, seitdem du das gesagt hast, auch schon verändert?
01:16:38: Ja, das habe ich natürlich nach meiner Aufnahme in die akademische Fußballkultur, bei der wir jetzt beide sind,
01:16:44: gesagt.
01:16:45: Da habe ich es gelesen.
01:16:45: Sehr
01:16:46: schön.
01:16:46: Ja, super.
01:16:47: Ne, es ist so ein lyrischer Geistesblitz ist sehr selten bei mir und deswegen möchte ich den jetzt auch ungern gehen lassen.
01:16:55: Meine erste Liebe ist Fußball definitiv.
01:16:58: Ja, das ist schon ganz früh so gewesen, dass ich gemerkt habe, dass das natürlich auch schön ist mit einer Person, die in den Armen zu liegen, also in diesem Stadion und im BVB zusammenhängen.
01:17:11: Im Westfalen Stadion habe ich natürlich auch schon Sachen erlebt, die ich nirgends woanders erlebt habe in meinem Leben.
01:17:16: Ich lag mir mit Leuten in den Armen, die vielleicht auf einem politisch ganz anderen Spektrum stehen und den ich niemals im Wort wechseln würde vielleicht.
01:17:27: Und das ist diese Kraft vom Fußball an den Glauben.
01:17:30: Deswegen ist es auch, wenn ganz Deutschland auseinander fällt, der Fußball immer noch so eine kleine Bastion, die immer noch auch sehr viel macht hat.
01:17:40: Ähnlich wie der Kulturbereich eine große Verantwortung hat, muss auch der Fußball seine gesellschaftliche Verantwortung noch stärker erkennen, als es ohnehin schon tut.
01:17:52: Ja, größte Chance habe ich auch, glaube ich, gesagt.
01:17:56: Und ja, der Fußball hat mich auch dahin gebracht, wo ich jetzt heute bin, bei dir im Podcast.
01:18:02: Da bin ich nur, weil der Fußball mir bestimmte Wege auch ermöglicht hat und aufgezeigt hat.
01:18:08: Und ich glaube, ich tatsächlich vieles, was mich später gesellschaftlich erwarten sollte, schon mal beim Fußball in einem vermeintlich spielerischen Kontext einüben konnte.
01:18:18: Weißt du?
01:18:19: Also später habe ich dann das in der Gesellschaft gelernt und der Fußball war quasi so ein Stahlbad, so ein mega hartes Trainingscamp, was mich auf die Unwegbarkeiten meines erwachsenen Lebens auch knallhart und mit ganz viel Tough Love, wie man so schön sagt, vorbereitet hat.
01:18:36: Und deswegen kann ich dem Fußball auch dankbar sein dafür.
01:18:40: Nichtsdestotrotz ist es aber... und verändert so, dass ich den Fußball auch sehr gerne verändern möchte.
01:18:46: und den Fußball gerne, weil ich ihn so liebe.
01:18:49: und wenn man Menschen liebt, kann man ihn ja immer am besten sagen, woran sie arbeiten dürfen, wenn man das schön verpackt.
01:18:56: Das ist beim Fußball auch der Fall, dass ich natürlich auch sehe, woran es harpert.
01:19:00: Ich sehe mich in einem großen Privileg auch.
01:19:04: Man hört mir zu, man lebt mich ein, ich bin bei Roots, mit so einer Persönlichkeit wie Otto Addo und aber auch den ganzen anderen Leuten, die da drin sind.
01:19:13: Das sind super inspirierende Sachen, das ist ein großes Privileg, das ich habe und ich lerne jede Woche unfassbar vieles von dieser Gruppe und bin mit einem meiner Idol zusammen in der Organisation.
01:19:26: muss wirklich auch noch mal eine Landße vor Auto brechen.
01:19:31: Also genau so eine Person, wie ich immer gehofft habe, dass er ist.
01:19:35: Jetzt, wo ich ihn kenne, kann ich sagen, ist er tatsächlich auch.
01:19:42: Stimmt mich sehr zuversichtlich auf die Zukunft.
01:19:44: Ich glaube, wir werden sowohl Fußball als auch Bildung als auch Sport nutzen.
01:19:48: Und ich habe das ja ein bisschen auch als Dreitzack verkauft, der den Faschos in den Arsch piksen kann.
01:19:54: Ich glaube, das ist tatsächlich auch eine mächtige Waffe.
01:19:56: Also, wenn ich stelle Sie mal vor, wir haben jetzt so zweiteilig, zweidimensional drüber geredet.
01:20:01: Und tatsächlich diese dreidimensionale Geschichte, wir auftun und sagen, nicht nur das Staatstheater arbeitet mit dem KSV zusammen, sondern nimmt auch noch die Problemschule vom anderen Ende der Stadt.
01:20:12: mit rein.
01:20:13: Dann haben wir wirklich etwas, das kann ein absoluter Gamechanger sein.
01:20:16: Und dann, wir müssen haltfach uns abends hinlegen und sagen, egal, ob wir im Bildungssystem, ob wir im Fußball oder im Sport oder in der Kultur tätig sind, abends, wenn wir ins Bett sind, müssen Faschisten, die sehen, was wir heute gemacht haben, sagen Mist.
01:20:32: Ich wünschte, die würden aufhören.
01:20:33: Und so, das ist das Credo, nachdem wir in den drei Bereichen arbeiten sollten.
01:20:38: Und ich glaube, ich bin so sehr dringlich.
01:20:42: in meinen Sachen.
01:20:43: Und diese Dringlichkeit im Bildungssystem und im Sport und in der Kultur, die stößt auch immer auf Widerstände.
01:20:49: Aber ich muss auch sagen, und das ist mir gestern auch bei einer kleineren Sitzung vom Kulturbeirat wiedergekommen, ich so, hey Leute, ich habe keine Zeit mehr hier.
01:20:58: Die AfD, die stellt wahrscheinlich bald den ersten Ministerpräsidenten alleine, weil sie fünfzig Prozent hat, die werden hier ordentlich Gas geben.
01:21:08: Wir müssen jetzt langsam etwas dagegen halten.
01:21:10: Wir haben keine Wahl.
01:21:11: Es kann nicht mehr nur Bespassung sein und es kann nicht nur Beschäftigungstherapie die Schule sein und es kann nicht nur Sport sein.
01:21:19: Sport ist politisch, Kultur auch und das Bildungssystem erst recht.
01:21:24: Deswegen laben sich auch alle dran.
01:21:25: Wir uns läuft die Zeit davon.
01:21:27: Wir müssen anfangen, strategisch gegen Faschismus zu arbeiten mit diesen Sachen.
01:21:33: Und ich würde sogar vielleicht sagen, die Hauptaufgabe dieser drei Bereiche ist es, Faschismus aufzuhalten.
01:21:40: Und dann können wir über die ganzen anderen Sachen reden.
01:21:42: Dann kommt die Kühe, die Pflicht ist, die Faschus zu stoppen.
01:21:45: Und das muss man jetzt langsam auch sehen.
01:21:47: Also proaktiv gegen diese gesellschaftlichen Probleme arbeiten, die den Faschus helfen, dann ist echt, glaube ich, einiges erreicht.
01:21:57: Und dann können wir echt eine Power entfalten.
01:22:00: sehr, sehr, sehr schön und auch sehr kraftvoll und sehr notwendig auf den Punkt gebracht.
01:22:06: Vielen, vielen Dank dafür.
01:22:08: Und überhaupt vielen Dank für deine Zeit heute.
01:22:13: Wir haben, weil du einfach in sehr vielen Themen sehr gut drin bist, weil wir uns auch in vielen Themen kreuzen, über die wir, glaube ich, alleine fünf Stunden hier reden könnten.
01:22:23: Bestimmte Dinge nur angerissen heute, obwohl es schon eine der deutlich längsten Folgen des Ports.
01:22:31: Ich bin nicht immer, wenn ich im Podcast bin.
01:22:33: Ich weiß auch nicht warum.
01:22:34: Mir wäre, ja, ich habe ein paar Theorien dazu, aber alle nur im Guten, wie es werde, alles, aber auch nochmal in den Show-Nords verlinken.
01:22:43: Also sowohl weitere Infos über die ISD und die vierzig Jahre wichtiger Arbeit.
01:22:50: Als auch über deine ausgezeichnete im doppelten Sinne Straßenfußballinitiative Streetbolzer-EV, als auch über das, was du hast anklingen lassen, was du, wo du selber im Auge des Sturms quasi warst, mit schlimmen rassistischen Beleidigungen und dann auch den Konsequenzen, die in Kassel gezogen wurden.
01:23:14: als auch natürlich Roots und die ganz am Anfang schon erwähnte Folge halbe Kartoffel, wo du zu Besuch warst.
01:23:21: All das zum noch weiter hören, lesen und bilden.
01:23:26: Pack ich in die Show-Notes.
01:23:28: Wir machen für heute hier mal einen Punkt.
01:23:33: Ich danke dir ganz, ganz herzlich für deine Zeit, für deine Offenheit, für deinen sich einlassen.
01:23:38: Das ist bei diesen Themen alles andere als selbstverständlich und ich weiß das sehr, sehr, sehr zu schätzen und auch dich mit all deiner Arbeit.
01:23:45: Ganz, ganz herzlichen Dank dafür.
01:23:48: Ich bedanke mich bei dir Mara, nur mit Leuten die Plattform öffnen wie deine.
01:23:53: Es ist möglich, dass wir diese Awareness-Säule weiter vollführen und super cool.
01:23:59: Ich freue mich auf die nächsten Begegnungen, ob es in Wiesbaden ist oder bei der Akademie für Fußballkultur.
01:24:03: Es wird gut, schreibt weiter Bücher, macht den Podcast weiter, ganz spitzen Arbeit.
01:24:07: Danke dir, du bist super Ally.
01:24:08: Vielen, vielen Dank.
01:24:10: Danke schön.
01:24:11: Und euch, liebe Hörerinnen, an dieser Stelle wirklich auch mal als Aufruf.
01:24:18: Bitte beschäftigt euch mit diesen Themen.
01:24:20: Es ist genauso.
01:24:22: Wir haben die Zeit, so wie sich viele das in ihren Wohnzimmern vorstellen, nicht mehr.
01:24:29: Wir müssen aktiv werden und wir tragen alle eine gesellschaftliche Verantwortung.
01:24:34: macht euch das bitte bewusst und, genau, lest, arbeitet und engagiert euch und wir hören uns in vierzehn Tagen wieder.
01:24:43: Bis dahin, ciao!
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